Dashcam Test 2018

Die besten Autokameras im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Dashcams werden im Cockpit installiert und dienen der Überwachung des Verkehrs aus der Sicht des Fahrers. Das kann besonders für Unfallsituationen hilfreich sein.
  • Die rechtliche Lage ist noch etwas schwammig. Für Ihren privaten Gebrauch dürfen Sie die Verkehrslandschaft und deren Teilnehmer aufzeichnen. Sollten Sie die Aufnahmen jedoch ohne Zustimmung der anderen Verkehrsteilnehmer online stellen, kann ein Bußgeld von bis zu 300.000 Euro ausgesprochen werden. Bei Gerichtsverhandlungen entscheidet der Richter, ob Ihre Dashcam-Aufnahmen zugelassen werden, oder nicht.
  • Der G-Sensor, den einige Modelle verbaut haben, erfasst zusätzlich die Geschwindigkeit und Änderungen in der Beschleunigung. Das kommt nicht nur der Bildschärfe zugute. Neben dem G-Sensor besitzen manche Dashcams auch einen Bewegungsmelder, der Bewegungen aufzeichnet, wenn sich der Wagen im Parkmodus befindet.

Dashcam Test 2017

Des Deutschen liebst Kind ist und bleibt das Auto. Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung, ein gut ausgebautes Straßennetz, schnelle Autos – bei diesen Bedingungen ist das Auto bei den Deutschen nach wie vor Fortbewegungsmittel Nr. 1. Leider verzeichnete das Statistische Bundesamt auf bundesdeutschen Autobahnen allein 2016 ca. 2,6 Mio Unfälle – davon in 300.000 Fällen mit Personenschaden.

Da die Schuldfrage bei Unfällen nie wirklich eindeutig ist, erfreuen sich vor allem in Ländern wie Russland oder Großbritannien die sogenannten Dashcams seit längerer Zeit bereits großer Beliebtheit. Sie zeichnen durchgehend das Verkehrsgeschehen vor dem eigenen Wagen auf und können auch vor Gericht ein valides Beweismittel darstellen – wenn die Kamera zugelassen wird.

Welche Autokamera für Sie die Richtige ist, klären wir im Laufe unseres Dashcam-Vergleichs 2018. Hier haben wir nicht nur alle Arten und die wichtigen Kategorien von Autokameras erklärt, sondern helfen Ihnen mit unserer Kaufberatung, die für Sie beste Dashcam zu finden.

1. Wie funktioniert eine Dashcam?

Meteoriten-Cam

Die Dashcam brachte es erstmals zu größerem „Ruhm“, als ein russischer Autofahrer den Einschlag eines Meteoriten in Tscheljabinsk filmte.

Eine Dashcam – fälschlicherweise manchmal auch „Daschcam“ genannt – hat seinen Namen aufgrund seines Anbringungsortes. „Dash“ (von „Dashboard“) steht im Englischen für Armaturenbrett.

Die Kameras werden mittlerweile aber meistens neben dem Rückspiegel an der Windschutzscheibe oder an der Heckscheibe befestigt. Mittels eines Saugnapfes wird die Dashcam auf die Straße ausgerichtet angebracht, damit im Video alles zentriert vor der Motorhaube erfasst wird. Dank des Kugelkopfes lässt sich die Kamera dann individuell ausrichten und fixieren.

Ein Dashcam-Set, bestehend aus Kamera mit LED-Lichtern. Halterung und Ladekabel.

Autokameras verfügen, anders als die meisten Auto-Navigationsgeräte, über einen Dashcam-Akku, der es der Mini-Kamera ermöglicht, Videos auch bei geparktem Auto aufzuzeichnen. Aufgeladen wird der Dashcam-Akku über einen mit dem Zigarettenanzünder verbundenen USB-Kabel.

Da die Dashcam das Geschehen permanent aufzeichnet, sollte die verwendete Micro-SD-Speicherkarte möglichst groß sein. Bei 32 GB hat die Dashcam eine Laufzeit von acht Stunden, bevor die Autokamera die alten Inhalte wieder mit aktuellem Material überschreibt. Die Aufnahmen können anschließend mittels des H.264-Codecs komprimiert und per USB-Kabel an einen PC übertragen oder die Cam per HDMI-Kabel an einen Fernseher angeschlossen werden.

Dashcams können natürlich auch noch mehr als das bloße Aufzeichnen der Verkehrssituationen vor der eigenen Motorhaube. Der sogenannte G-Sensor beispielsweise ist ein Beschleunigungssensor, der die Geschwindigkeit misst und somit optimale Bilder ermöglich. Trotzdem ist ein eigener Test der Werte der Dashcam vor der ersten richtigen Fahrt ratsam, um die komplette Funktionstüchtigkeit vorab sicherzustellen.

Die WDR-Technologie (Wide Dynamic Range) ermöglicht vor allem bei Nacht bessere Kontraste und mehr Sichtweite. Der GPS-Empfänger berechnet die aktuelle GPS-Position des Wagens und die daraus resultierende Geschwindigkeit. Spurhalteassistent, Parkmodus und Abstandswarner sind weitere Funktionen, die viele der vorgestellten Typen bieten.

2. Darauf müssen Sie beim Kauf einer Dashcam achten

iTracker-GS6000-A7-GPS-Autokamera
Mittels Saugnapf wird Ihr Dashcam-Vergleichssieger an der vorderen oder hinteren Windschutzscheibe befestigt.

Neben der Bildqualität sind noch einige weitere Faktoren entscheidend, um mit ruhigem Gewissen eine Dashcam kaufen zu können und zu wissen, dass sie gute Dienste leistet. Welche Faktoren das sind, erklären wir Ihnen anhand der folgenden Begriffe genauer.

2.1. Die Auflösung: 720 Pixel sollten es sein

Hier gilt der Grundsatz: Je teurer die Autokamera, desto bessere Auflösung bietet diese. Ab ca. 100 Euro bekommen Sie HD-Dashcams, die das Video mit einer Mindestauflösung von 720p (einer progressiven Bildübertragung) aufzeichnen. In dem Falle spricht man nicht von Full HD-Video, sondern von HD Ready, was aber für die Erkennung von Verkehrsschildern oder Kennzeichen bereits völlig ausreichend ist – auch für Unfälle und den vor Ihnen fahrenden Wagen und dessen Nummernschild.

2.2. Das Display: nicht zwingend erforderlich

Rollei Dashcam
Auch ein kleines Display ist bei einer Dashcam ausreichend (im Bild die CarDVR 71 von Rollei).

Ein Display ist bei einer Autokamera nicht zwingend erforderlich, da das Objektiv das Geschehen während der Fahrt ja ständig aufzeichnet. Manche Fahrer lenkt das permanent leuchtende Display schlimmstenfalls sogar während der Fahrt ab, weswegen es auch durchaus üblich ist, eine Dashcam ohne Display zu installieren.

2.3. Die Bewegungserkennung: Sicherung gegen Diebstahl

Diese Funktion wird in vielen Dashcams auch als „Parkmodus“ bezeichnet. Wenn Sie Ihr parkendes Auto verlassen, zeichnet die Autokamera bei registrierten Bewegungen automatisch kurze Sequenzen auf. Somit kann die Kamera bei der Identifizierung von Einbrechern behilflich sein – insofern sie nicht auch die Dashcam geklaut haben.

2.4. Die Nachtsicht: Infrarotlicht für die Nachtsicht

Mithilfe der Nachtsichtfunktion dient die Dashcam sogar als Fahrhilfe. Sie sendet ein Infrarotlicht aus, das eine Wellenlänge zwischen 700 und 1.000 nm ausstrahlt, das für das menschliche Auge nicht sichtbar ist – aber die Sicht des Fahrers deutlich verbessert.

2.5. Das Dashcam-GPS: Orientierungshilfe

Das Dashcam-GPS (Global Positioning System) misst anhand Ihrer Positionsdaten Ihre Geschwindigkeit und zeichnet den bisher zurückgelegten Streckenverlauf auf. Die Karten für das GPS sind in den meisten Fällen ein Teil der Dashcam-Software.

2.6. Der G-Sensor: Warnung vor Kollisionen

BPOWER-Armaturenbrett-Kamera
Aktuelle Dashcams bieten neben der bloßen Aufzeichnung noch etliche weitere nützliche Funktionen.

Der G-Sensor misst die Geschwindigkeitsveränderungen während der Fahrt. Bei zu großen Schwankungen geht der Sensor von einer Kollision aus und hält diese Sekunden in einer höheren Bildqualität für eventuelles Beweismaterial fest.

3. Hersteller und Marken

Unfallkamera, Autokamera oder eben Dash Cam: Es gibt viele Bezeichnungen und noch viel mehr Hersteller der Dashcams. Neben Rollei, einem deutschen Unternehmen mit Spezialisierung auf Kameras und Zubehör, vertreibt auch Drucker-Hersteller HP Dashcams. Welche Marken sich in dem Segment außerdem einen Namen gemacht haben, erfahren Sie in unserer folgenden Auflistung:

  • Ampire
  • Aiptek
  • BlackSys
  • BlackVue
  • Hewlett-Packard HP
  • iTracker
  • Media-Tech
  • Mio
  • NavGear
  • Prestigio
  • Rollei
  • Transcend
  • TrueCam

4. Die aktuelle Rechtslage in Deutschland und anderen Ländern

Rechtslage Dashcam
Ob Bildmaterial einer Dashcam als Beweis zugelassen wird, ist momentan vornehmlich dem Richter überlassen.

Die Rechtslage ist aktuell nicht eindeutig, was den Einsatz von Dashcams betrifft, da das permanente Aufzeichnen der anderen Verkehrsteilnehmer einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Teilnehmer darstellt – allerdings nur, wenn die Aufzeichnungen vom Unfall im Internet landen.

Bei Gerichtsverhandlungen aufgrund eines Unfalls hängt der Einsatz einer Autokamera vor Gericht als Beweismittel stark vom vorsitzenden Richter ab – zumindest wenn man sich bisherige Verhandlungen und dem Einsatz von Dashcam-Material anschaut. Wie die Rechtslage in Deutschland und anderen Ländern bezüglich dem Einsatz der Kamera aussieht, sehen Sie in unserer folgenden Tabelle:

= Dashcam erlaubt, = unklar, = Dashcam verboten

Land Dashcam Rechtslage
Belgien
Deutschland
Großbritannien
Estland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Irland
Italien
Luxemburg
Norwegen
Österreich
Polen
Portugal
Russland
Schweden
Schweiz
Serbien
Slowenien
Spanien
Türkei

5. Fragen und Antworten rund um die Dashcam

5.1. Was kostet eine Dashcam?

Zwischen 20 und 500 Euro ist alles möglich. Wenn Sie die Dashcam aber wirklich ernsthaft nutzen wollen, sollten Sie sich kein Modell unter 100 Euro suchen, denn auch die beste Aufzeichnung bringt nichts, wenn die Auflösung miserabel und die Bilder nach einem Unfall somit unbrauchbar sind – von den praktischen Zusatzfunktionen wie Bewegungsmelder oder Abstandshalter mal ganz zu schweigen.

iTracker-Stealthcam-Autokamera
Die Dashcam sollte so nah wie möglich an der Windschutzscheibe angebracht werden – im Idealfall hinter dem Rückspiegel.

5.2. Gibt es einen Dashcam-Test der Stiftung Warentest?

Zum jetzigen Zeitpunkt hat die Stiftung Warentest noch keinen Dashcam-Test durchgeführt. Allerdings veröffentlichte die Stiftung Warentest in der Ausgabe 09/2014 einen Artikel nach dem Dashcam-Urteil des Ansbacher Verwaltungsgerichts. In diesem wird die private Nutzung einer Dashcam in unseren Gefilden erlaubt, solange die Aufnahmen durch das Veröffentlichen im Internet nicht die Persönlichkeitsrechte Dritter beeinträchtigt.

5.3. Wo bringe ich die Dashcam an?

Grundsätzlich gilt: Sie sollten die Dashcam so gut es geht außerhalb Ihres Sichtfeldes an der Windschutzscheibe positionieren. Empfehlenswert ist daher eine selbstklebende Halterung, die die Dashcam im Gegensatz zu einer Saugnapf-Halterung dichter an der Scheibe positioniert und somit die Sichtbehinderung minimiert – im Idealfall also hinter dem Rückspiegel. So hat die Kamera auch bei einem Unfall das Geschehen direkt vor der Linse.

5.4. Gibt es eine Dashcam-App?

Wenn Ihnen das Geld für eine vernünftige Dashcam fehlt, können Sie dank diverser kostenloser und kostenpflichtiger Apps Ihr Smartphone zu einer Dashcam umfunktionieren. Welche Vor- und Nachteile das bringt, erfahren Sie im Folgenden:

  • sehr viel günstiger als Dashcam
  • begrenzter Sicht-Radius durch fehlendem Weitwinkel
  • für Nachtfahrten ungeeignet
  • umständlichere Bedienung
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