Einparkhilfe Test 2018

Die besten Einparkhilfen im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das Nachrüsten von Einparkhilfen wie Rückfahrwarnern oder Heckkameras, die dem Großstadtmenschen das Einparken durch akustische Signale oder per Video erleichtern, ist nicht mehr so kompliziert wie in früheren Tagen.
  • Besonders auf Einparkhilfen mit Funk-Übertragung ohne aufwendige Verkabelung sind auch für Laien montierbar.
  • Die Parksensoren, welche die Grundlage der meisten akustischen Einparkhilfen bilden, werden bei der Montage in den Stoßfänger am Heck eingelassen. Möchten Sie die dafür nötigen Bohrungen nicht selber vornehmen, sollten Sie zusätzliche Kosten für einen Mechaniker für die Installation der Einparkhilfe mit einrechnen.

Einparkhilfe Test

Das Ärgernis sei niemandem zu wünschen, besonders Großstadtmenschen kennen es dennoch: Parkrempler. Laut einer Studie des Allianz Zentrum für Technik und dem Automobilzulieferer Continental passiert „fast die Hälfte aller Haftpflichtschäden (41,7 Prozent) beim Rückwärtsausparken gegen ein zweites geparktes Fahrzeug“.

Einparkhilfen wie Rückfahrkameras können Autofahrern das Leben und das Einparken also erleichtern.

Ob jede Einparkhilfe immer eine Kamera nutzt, welche Punkte Sie beim Aufrüsten mit dem Parkpiloten beachten müssen und wie groß der Erfassungsbereich sein sollte, haben wir im Rahmen der Kaufberatung zum Einparkhilfen-Vergleich 2018 für Sie festgehalten.

1. Einparkhilfe ist nicht gleich Einparkhilfe – von Sensoren und Kameras

Parkpilot Test
Einparkassistenten sind clevere Helfer.

Bei vielen Mittelklasse-Neuwagen sind Rückfahrwarner oder entsprechende Rückfahrkameras bereits entweder integriert oder Teil der aufpreispflichtigen Extra-Ausstattung.
Günstige Autos und etwas ältere Gebrauchtwagen haben oft beides nicht.

Wer zwar auf teure Zusatzausstattung verzichten möchte, nicht jedoch auf das Plus an Sicherheit, Komfort und Kontrolle beim Rückwärts-Einparken in die engen Parklücken der Stadt oder in Garagen, Toreinfahrten oder Carports, für den könnten Nachrüstsets etwas sein.

Die beiden wichtigsten Arten – Rückfahrwarner mit Ultraschall-Sensoren sowie Rückfahrkameras – stellen wir Ihnen hier vor. Welche die beste Einparkhilfe für Sie ist, hängt neben den Fähigkeiten der Fahrzeugführer auch vom eigentlichen Fahrzeug ab. Auch Kombinationen aus beiden Kategorien sind realisierbar.

Möchten Sie eine Einparkhilfe nachrüsten, kommen Sie um einige Bohrungen in der Stoßstange nicht herum. Dort werden die Sensoren eingelassen, mit denen der Abstand zwischen Auto und Objekt ermittelt wird.

Allgemeine Vor- und Nachteile des Nachrüstens eines Parkpiloten:

  • sicheres Einparken durch Warnung vor anderen Autos
  • schmale Parklücken nutzbar
  • Hilfe bei Einfahrt in enge Tiefgaragen
  • ersetzt weder Fahrererfahrung, noch eigene Sicht
  • Nachrüsten z. T. teuer und aufwendig
  • nicht für Fahranfänger geeignet – Ablenkung

2. Einparkhilfe-Typen für jeden Anspruch

2.1. Die Basisvariante: Einparkhilfe mit Parksensoren

Ultraschall-Einparkhilfen

Diese mittlerweile recht verbreitete Technologie wurde bereits 1982 von Toyota in Serienmodellen der Mittelklasse verbaut und wurde zunächst unter dem Markennamen BACK SONAR bekannt. Diese Einpark-Hilfssysteme arbeiten mit Ultraschallsensoren, prinzipiell also wie ein Echolot. Die Sensoren werden in die heutzutage meist aus Kunststoff gefertigten Stoßfänger (hinten) integriert.
Ultraschall

Das Nachrüsten von Parksensoren ist die häufigste Form der günstigen Einparkhilfe, da sie bei fast allen Fahrzeugen genutzt werden kann. Je höher hierbei die Anzahl der Sensoren und mithin also der Übertragunsgkanäle, desto präziser ist die Warnung, die für den Fahrer ausgelöst wird.

Die Sensoren erhalten eine Kabel- oder Funkverbindung zum Signalgeber, welcher sich in der Nähe des Armaturenbretts oder – bei akustischen Systemen – im Kofferraum befinden kann. Dieser wird an der Rückleuchte angeschlossen: So sind Signalgeber und Sensoren mit Strom versorgt und werden automatisch beim Einlegen des Rückwärtsgangs aktiviert.

Der Signalgeber wird entweder mit einem extra Display und/oder einem kleinen Lautsprecher verbunden, über die die Signale optisch und/oder akustisch den Fahrer erreichen, oder er wird an ein eingebautes Car-HiFi- bzw Car-Entertainment-System gekoppelt, welches durch die Verbindung mit dem Signalgeber ebenfalls „weiß“, wann der Rückwärtsgang eingelegt ist und den entsprechenden Modus (Pieptöne bzw. Kamerabild, bei Rückfahrkameras) priorisiert, also das Radio leiser stellt.

2.2. Für optische Typen: Die Rückfahrkamera

Parklücke Parkhilfe
Rückfahrkamera mit optischen Hilfslinien.

Bei diesen Systemen übernimmt eine nach hinten gerichtete Kamera die Funktion der Sensoren.

Die meisten Nachrüst-Sets für Rückfahrkameras bestehen aus einer Nummernschildhalterung, in dessen oberen Scheitelpunkt die Kamera integriert ist.

Die Verkabelung wird unter Türschwellen, unter dem Teppich, durch den Dachhimmel oder über die Türdichtungen realisiert, um den Monitor anzusteuern, der für den Fahrer sichtbar im Cockpit installiert wird – falls nicht ein bereits installiertes Car-Entertainment-System vorhanden ist.

Die Kameras sind meist mit Weitwinkel-Objektiv ausgeführt und bieten Betrachtungswinkel von etwa 100 bis 170°. Einige Modelle integrieren Hilfslinien in das Kamerabild.

2.3. Funkübertragung für Kamera und Park Distance Control

Bei dieser Art von Rückfahrkamera werden die Signale zwischen Monitor und Kamera per Funk übertragen. Eine direkte Kabelverbindung zwischen beiden Bauteilen ist somit nicht notwendig. Ganz ohne Kabeln geht die Installation jedoch nicht vonstatten: Die Kamera muss weiterhin mit dem Fahrzeug-Stromkreislauf verbunden werden.

Der Vorteil ist nur dann groß, wenn man unbedingt auf das Verlegen von Kabeln durch den Fahrzeuginnenraum verzichten möchte, da die Funkverbindung recht störanfällig sein kann.

3. Kaufkriterien für Einparkhilfen: Achten Sie auch auf den Erfassungsbereich

3.1. Sensorbasierte Systeme vs. Kamera

Sensor und Kamera
Für große Fahrzeuge besonders praktisch: eine Kombination aus Kamera und akustischem Signalgeber.

Möchten Sie einen Einparkhilfe kaufen, sollten Sie je nach Einsatzzweck andere Kriterien bedenken.

So lohnt sich beispielsweise die Installation einer Rückfahrkamera besonders bei Lieferwagen oder Wohnmobilen, bei denen naturgemäß die Sicht nach hinten deutlich stärker eingeschränkt ist, als bei einem Klein- oder Kompaktwagen.

Benötigen Sie kein genaues Bild von der Raumsituation am Heck, sondern nur einen Hinweis, wie weit Hindernisse entfernt sind, reichen Parksensoren mit akustischem Signal vollkommen aus.

Bereitet es Ihnen Sorgen und Aufwand, Ihr – womöglich auch sehr kostspieliges – Wohnmobil in Parklücken zu bugsieren: Vielleicht wäre auch die Investition in eine Kombination aus Rückfahrkamera und Parksensoren angesichts des Schadensrisikos verschmerzbar.

3.2. Der Erfassungsbereich in cm oder als Winkel

farbe SensorFarblich passende Sensoren

Hersteller wie Bosch oder Vega bieten auch Sensoren an, die Sie in der passenden Wagenfarbe überlackieren können, ohne deren Funktion zu beeinträchtigen. Legen Sie großen Wert auf Optik, sollten Sie sich für diese Art von Detektoren entscheiden.

Bei sensorbasierten Systemen ist hierfür ein Wert in Zentimetern angeben. Dieser zeigt an, bis zu welcher Distanz ein Hindernis hinter dem Fahrzeug oder seitlich davon durch die Messfühler wahrgenommen werden kann.

Üblich sind hier Werte zwischen 30 und 250 cm. Das bedeutet, dass die Sensoren ein nur noch 30 cm entferntes Fahrzeug genau so erfassen können wie eines, dass sich in einer Entfernung von 2,50 m befindet. Zwar gibt es auch Modelle mit einem Erfassungsbereich von 10 cm, allerdings parken Sie mit dieser Distanz vermutlich Ihren Vorder- oder Hintermann zu.

Bei Kamerasystemen ist der Erfassungsbereich ein Winkel, welcher angibt, wie groß die von der Kamera erfassten Fläche ist. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollte Ihr Einparkhilfen-Vergleichssieger mindestens einen Winkel zwischen 120 bis 130 ° aufweisen. Nur so können Sie auch bei engen Einfahrten und Parklücken die Seiten Ihrer Stoßstange und alle Objekte dahinter oder daneben sehen.

4. Einparkhilfe nachrüsten: Werkstattkosten vs. Do-It-Yourself

Die Entscheidung zwischen DIY-Einbau und Profi-Werkstatt sollte auf einer Handvoll Überlegungen fußen:

PDC selbst einbauen

Bosch Parkpilot
Achten Sie vor dem Einbau auch darauf, dass Sie für alle Teile das passende Werkzeug zur Hand haben.

Den meisten Park-Distance-Control-Einbausets, die online vertrieben werden, ist bereits der passende Bohrer für die Stoßfänger beigelegt. Sofern man seinen handwerklichen Fertigkeiten vertraut und auch mögliche Fehlbohrungen in Kauf nehmen könnte, steht dem Selbsteinbau nichts im Wege.

Denken Sie daran, dass Sie eine Bohrmaschine und gegebenenfalls weiteres Werkzeug benötigen und dass im Falle eines Versehens oder Versagens eventuell eine neue Stoßstange her muss. Das kann ins Geld gehen, vor allem wenn die Stoßfänger in Wagenfarbe lackiert sind (Beispiel: Eine in Wagenfarbe lackierte Stoßstange für einen von 1997-2006 gebauten Golf 4 kostet bereits etwa 200 Euro).

Weiterhin wird es notwendig sein, zumindest eine Heckleuchte zu „öffnen“ und das Stromkabel für den Signalgeber dort korrekt anzuklemmen. Um den Fahrzeugstromkreislauf nicht versehentlich mit seinen Fingern zu schließen, was nicht lebensgefährlich, aber sicherlich auch nicht angenehm ist, empfiehlt es sich, die Autobatterie für den Umbau zunächst abzuklemmen.

Hier die einzelnen Schritte im Überblick:

Geräte-Typ Maßnahmen
Parksensoren
Parksensoren
  • Bohren Sie für jeden Sensor ein Loch in den Stoßfänger
  • Verbinden Sie die Rückfahrbeleuchtung (wird beim Einlegen des Rückwärtsgangs aktiviert) mit dem Signalgeber per Kabel.
  • Montieren Sie den Signalgeber (optisch oder akustisch) auf dem Armaturenbrett.
Kamera mit Kabelverbindung
Kabel Rückfahrkamera
  • Bohren Sie ein kleines Loch oberhalb des Nummernschilds oder dahinter durch den Stoßfänger, durch welches Sie das Kamerakabel führen.
  • Befestigen Sie die Kamera außen an der Stoßstange mit Schrauben oder Kleber (je nach Anleitung) und verbinden Sie sie mit dem Rücklicht.
  • Verbinden Sie die Kamera mit dem Monitor, welcher sich im Cockpit gut sichtbar auf dem Armaturenbrett befindet.
Funkkamera
Funkkamera
  • Ähnlich wie bei der Kamera mit Kabel benötigen Sie ein Loch für die Verbindung zwischen Kamera und Rücklicht in der Stoßstange, am besten hinter dem Nummernschild
  • Die Bildübertragung zur Anzeige erfolgt per Funk.
  • Achten Sie darauf, dass der Monitor zwar gut erkennbar ist, aber Ihre Sicht nach vorn nicht behindert.

PDC in der Kfz-Werkstatt einbauen lassen

Beauftragt man die Kfz-Werkstatt mit dem Einbau seiner neuen PDC, kann sich der Preis nach dem Auto-Modell richten. Mit einer Summe zwischen 250 und 400 Euro müssten Sie rechnen.

Einparkhilfen-Tests zeigen: Es macht Sinn, die Parksensoren sauber zu halten. Bei starken Verschmutzungen kann es sein, dass diese falsch reagieren. Für ein gutes Bild sollte die Kamera ebenfalls vom Straßenschmutz befreit werden – also auch von Eis oder Schneematsch.

5. Einparkhilfen: Das sagt die Stiftung Warentest

Rückspiegel
Bedenken Sie: Kommt es zu einem Unfall oder Schaden, ist der Fahrzeugführer haftbar, wenn er sich nur auf die Parkhilfe verlässt.

Zwar gibt es noch keine ausführlichen Test zu Einparkhilfen vom bekannten deutschen Prüfinstitut, aber eine Meldung aus dem Jahr 2014, die sich mit rechtlichen Belangen der Technik beschäftigt.

So urteilte das Amtsgericht Hannover, dass eine Einparkhilfe nicht die eigene Wahrnehmung ersetzen kann. Verursachen Sie also einen Schaden an Ihrem oder einem anderen Fahrzeug bzw. einem unbeweglichen Objekt, weil Sie lediglich auf die Einparkhilfe achten, müssen Sie die entstehenden Kosten selbst tragen.

Da die Stiftung Warentest entsprechend auch keine Empfehlungen für hochwertige Marken und Hersteller in der Kategorie Einparkhilfe gibt, haben wir eine Übersicht für Sie zusammengestellt.

Allen voran stehen die hauseigenen Systeme von Autoherstellern wie BMW, Audi, VW, Mazda oder Mercedes. Bekannte Drittanbieter sind unter anderem der deutsche Elektro- und Hausgeräte-Riese Bosch, der durch seine Navigationsgeräte bekannte Hersteller Garmin und der Autozubehör-Anbieter Lescars.

  • Mazda
  • BMW
  • Luis
  • Bosch
  • VW
  • Vega
  • Audi
  • Garmin
  • Mercedes
  • Lescars
  • Valeo
  • Waeco
  • Inpro
  • Conrad
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