Kindersitz Test 2018

Die besten Auto-Kindersitze im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • In Deutschland gilt eine Kindersitz-Pflicht. Sie hält die Verletzungsgefahr für Ihr Kind so gering wie möglich.
  • Sie sollten beim Kauf immer auf die richtige Normgröße achten, damit der Sitz nicht zu groß ist – dann kann er seinen Zweck nicht richtig erfüllen.
  • Ein Kindersitz fürs Fahrrad ist nicht mit einem fürs Auto vergleichbar. Ein Auto-Kindersitz sollte über einen Seitenaufprallschutz und im Idealfall auch über einen Fangschutz verfügen. Selbst bei geringer Geschwindigkeit wirken auf die Kinder hohe Kräfte, die schlimme Verletzungen hervorrufen können.

Kindersitz Test

Kinder gehören im Auto in einen Kindersitz – und das nicht nur, damit sie während der Fahrt nicht ganz so extrem herumhampeln können. Ein Kindersitz erhöht die Sicherheit und verringert das Verletzungsrisiko bei einem Verkehrsunfall. Damit er aber seinen Zweck erfüllen kann, muss er zum einen im Auto richtig befestigt sein und zum anderen muss er Ihrem Kind wie angegossen passen.

Welche Normgruppe die passende Größe für Ihr Kind enthält, erfahren Sie in unserem Kindersitz-Vergleich 2018. Außerdem erfahren Sie, welche verschiedenen Befestigungssysteme es gibt und was sich aus rechtlicher Sicht in Zukunft ändern wird.

1. Auf die Normgröße kommt es an

Ist der Sitz zu groß, besteht die Gefahr, dass das Kleinkind bei einem Frontalaufprall aus dem Sitz geschleudert wird. Verantwortungsvolle Eltern achten daher bestmöglich auf die passende Sitzgröße. Und schon befinden Sie sich im Dschungel vieler verschiedener Gruppen, Normbezeichnungen, Größen- und Gewichtsangaben. Wenn Sie bereits einen Maxi Cosi bzw. eine Babyschale als Autositz besitzen, dann sind Sie bereits mit Normgruppen in Kontakt gewesen. Eine Babyschale ist nichts anderes als ein Kindersitz der Gruppe 0 oder 0+. Ein Kindersitz ab 9 kg fällt in die Gruppe 1. Kindersitze ab 15 kg in die Kindersitz-Gruppe 2.

I I/II II II/III III I/II/III I-Size
Körpergewicht ca. 9 bis 18 kg ca. 9 bis 25 kg ca. 15 bis 25 kg ca. 15 bis 36 kg ca. 25 bis 36 kg ca. 9 bis 36 kg max. 18 kg (ähnelt Gruppe I)
empfohlenes Alter 1 bis 4½ Jahre 1 bis 7 Jahre  3½ bis 7 Jahre 3½ bis 12 Jahre 7 bis 12 Jahre 1 bis 12 Jahre max. 18 kg (ähnelt Gruppe I)
Körpergröße ca. 72 bis 100 cm ca. 72 bis 125 cm ca. 100 bis 125 cm ca. 95 bis 150 cm ca. 125 bis 150 cm ca. 75 bis 150 cm max. 105 cm (nicht alle sind für Babys ab der Geburt geeignet)
Sitzausrichtung nach vorne oder hinten nach vorne oder hinten nach vorne nach vorne nach vorne nach vorne bis zum 15. Lebensmonat nach hinten, danach nach vorne
Prüfnorm ECE R44/03 oder 04 ECE R44/03 oder 04 ECE R44/03 oder 04 ECE R44/03 oder 04 ECE R44/03 oder 04 ECE R44/03 oder 04 ECE R129 (früher ISOFIX ECE R44/04)
Langfristig gesehen wird sich die Prüfnorm ECE-R 129 durchsetzen. Sie können aber davon ausgehen, dass beide Normen noch über viele Jahre hinweg parallel zueinander verwendet werden.

Entscheidend ist bei den Normgruppen I bis III das Gewicht des Kindes. Da Ihr Kind vom Körpergewicht bereits in die nächst höhere Normgruppe fallen kann, aber noch nicht die erforderliche Mindestgröße erreicht hat, ist es empfehlenswert, „mitwachsende“ Kindersitze zu kaufen. Das sind Modelle der Kategorie I/II, II/III oder I/II/III.

Die I-Size-Sitze orientieren sich hingegen an der Körpergröße. Diese Kategorie ist die jüngste und wurde nach einer EU-Verordnung für mehr Kindersicherheit aus dem Jahr 2013 eingeführt.

2. Sicher ist sicher: Sie haben die Wahl zwischen zwei Befestigungssystemen

Typ Beschreibung
Isofix-Systemisofix-basis-mit-kindersitz
  • System macht eine Falschanbringung fast unmöglich
  • Modelle mit Ton- und Leuchtsignalen signalisieren das korrekte Anbringen von Basis und Sitz
  • erhöhte Sicherheit durch einen extra Standfuß und Top-Tether (Haltegurt am Rücken des Kindersitzes)

gut geeignet für die Normstufen 0 bis I/II
alte Automodelle verfügen nicht über ein Isofix-System zur Befestigung

Auto-Sicherheitsgurtsicherheitsgurt-kindersitz
  • seitlich am Sitz sollte eine gut verständliche Erklärung zur korrekten Anbringung des Auto-Gurtes sein
  • sehr flexibel, da Sie den Sitz auch mitnehmen können, wenn Sie bei Freunden mitfahren, die ein altes Auto besitzen

sehr sicher, wenn der Gurt richtig angebracht ist
wird sehr oft falsch befestigt – vor allem von Babysittern, Großeltern etc.

Im Kindersitz selber wird das Kind entweder mit einem 3-Punkt-Gurt oder einem 5-Punkt-Gurt angeschnallt. Das 5-Punkt-Gurtsystem ist gerade für Sitze der Normgruppe I sehr zu empfehlen: Der Gurt verteilt die Aufprallenergie über 5 Punkte und verringert so die Verletzungsgefahr. Mit steigender Normgruppe kann es auch sein, dass Sie Ihr Kind samt Kindersitz mit dem Sicherheitsgurt Ihres Autos anschnallen müssen und kein extra 3-Punkt- oder 5-Punkt-Gurt mehr am Kindersitz integriert ist.

Hier finden Sie die Vor- und Nachteile einer Isofix-Befestigung gegenüber einer mit Sicherheitsgurt im Überblick:

  • schnelles Einrasten des Click-Systems
  • auch Dritte können beim Anbringen fast nichts falsch machen
  • sind meistens auch mit Seitenaufprallschutz ausgestattet – noch mehr Sicherheit für Ihr Kind
  • kann nicht in jedem Auto angebracht werden
  • ungefähr ab Normgruppe II nicht mehr verfügbar

Top-Tether: Den zusätzlichen Haltegurt, den Top-Tether, können Sie im hinteren Fahrzeugteil an einer vorhandenen Metall-Öse befestigen. Bei vielen Autos findet sich beispielsweise am Kofferraumboden eine solche.

kindersitz-befestigen

3. Kaufberatung für Ihren persönlichen Kindersitz-Vergleichssieger

3.1. Was ist besser: Isofix oder Sicherheitsgurt?

2013 wurde eine neue EU-Richtlinie verabschiedet, nach der die Prüfnorm für Kindersitze langsam aber sicher umgestellt werden soll. Dann soll nur noch die Prüfnorm, die heute schon für I-Size Produkte mit Isofix-System gilt, gelten. Im Zuge dessen wird auch irgendwann das Isofix-System Pflicht sein. Noch ist kein genaues Datum bekannt, zu dem die Umstellung erfolgen wird. Es kann aber sein, dass bereits im Jahr 2018 die neue Regelung auch in Deutschland in Kraft treten wird.

Wenn Sie einen Kindersitz der unteren Normgruppen, also 0 bis I/II, kaufen wollen, lohnt sich der Griff zum Isofix-System – und das nicht nur wegen der Richtlinien-Änderung. Viele Buggys sind mit Babyschalen kompatibel. Das bedeutet, dass Sie die Babyschale einfach in die Kindersitz-Basis einrasten können. Wenn Sie dann Ihr Ziel erreicht haben, lässt sich die Babyschale in Sekundenschnelle auf dem Buggy montieren, ohne erst den Auto-Sicherheitsgurt umständlich wieder vom Kindersitz lösen zu müssen.

Auch im Hinblick auf den Wiederverkaufswert ist es heute sinnvoller, einen Kindersitz mit Isofix-System zu kaufen. Wenn diese in Deutschland Vorschrift werden, dann können Sie auch nur solche weiterverkaufen. Kleiner Tipp im Hinblick auf den Wiederverkaufswert: Kindersitze von Römer sind sehr beliebt.

Tipp: Wollen Sie jetzt vielleicht noch einen gebrauchten Kindersitz der Normgruppe II/III kaufen und Ihr Auto besitzt kein Isofix-System, ist ein Kindersitz mit Sicherheitsgurt-Befestigung eine gute Alternative. Aber Sie sollten in jedem Fall vor dem Kauf einen Blick auf die Anleitung für die Gurtbefestigung werden. Kaufen Sie nur einen Sitz, der über eine sehr verständliche Beschreibung verfügt. Ansonsten gefährden Sie Ihr Kind!

3.2. Die Ausstattung: Gurt, Polsterung, Seitenaufprallschutz, Fangkörper…

kindersitz-gepolsterter-gurt
Die Gurte im Kindersitz sollten immer gepolstert sein.

Für Kinder von der Geburt bis ca. 9 kg empfehlen wir Ihnen, einen Kindersitz mit 5-Punkt-Gurt zu kaufen. Im Falle eines Auffahrunfalls wird hier die Kraft, die auf Ihr Kind wirkt, besser über den Körper verteilt als bei einem 3-Punkt-Gurt. Die Muskulatur, die den Kinderkörper eigenständig etwas halten würde, um die Fliehkräfte auszugleichen, ist bei Babys noch nicht entwickelt. Daher würden sie mit vollem Gewicht in den Gurt gedrückt werden. Ein 5-Punkt-Gurtsystem verringert hier die Verletzungsgefahr.

Fangschutz
Ein Fangschutz „fängt“ Ihr Kind auf und verringert die Verletzungsgefahr bei einem Unfall.

I-Size-Modelle verfügen über einen weiterentwickelten Seitenaufprallschutz. Dadurch sind Kinder bei seitlichen Auffahrunfällen noch mehr geschützt als bislang. Der Schutz umhüllt die Kleinkinder ähnlich wie ein Kokon. Generell sollten Sie beim Kauf eines Kindersitzes darauf achten, dass rechts und links eine Polsterung vorhanden ist. Der beste Kindersitz besitzt zusätzlich auch noch einen sogenannten Fangschutz. Dieser fängt das Kind bei einem frontalen Auffahrunfall auf und reduziert die Distanz, die das Kleinkind mit dem Oberkörper nach vorne hin zurücklegen würde.

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Auto-Kindersitz

4.1. Welches sind die beliebtesten Hersteller?

Die beliebtesten Hersteller sind wohl Maxi-Cosi, Cybex und Römer. Preislich unterscheiden sich die Produkte kaum voneinander, da Sie bei jedem Hersteller sowohl teure als auch günstigere Kindersitz-Modelle finden werden. Abhängig ist dies vor allem von der Befestigungs-Art: Ein Isofix-System ist teurer als die Auto-Gurt-Variante. Wir empfehlen Ihnen aber, keine Produkte aus dem untersten Preissegment zu kaufen, da hier die Qualität bzw. Bedienbarkeit schlecht sein kann.

Hier finden Sie die beliebtesten Hersteller und Marken im Überblick:

  • Britax Römer
  • Caretero
  • Chicco
  • Conrad
  • Cybex
  • Kiddy
  • Kiwy
  • Maxi-Cosi
  • Osnann
  • Recaro

4.2. Wie groß muss ein Kind sein, damit es ohne Kindersitz mitfahren darf?

Gibt es bei der Stiftung Warentest oder dem ADAC einen Kindersitz-Test?

Es gibt einen gemeinsamen Kindersitz-Test der Stiftung Warentest und dem ADAC von Herbst 2016. Im Test beim ADAC waren 16 Kindersitze. Neun der getesteten Modelle wurden mit „gut“ beurteilt und nur zwei fielen mit einem „mangelhaft“ durch. Vergleichssieger mit einem „gut“ wurden die Cybex Aton Q Babyschale I-Size für Babys ab der Geburt bis ca. zum ersten Lebensjahr sowie der Kiddy Phoenixfix 3 für Kinder der Normgruppe I.

kind ohne Sitzerhöhung
So sollten Sie Ihr Kind nie im Auto mitfahren lassen.

In Deutschland sind Kinderautositze bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres und einer Körpergröße von 150 cm Pflicht. In der Straßenverkehrsordnung ist dies in §21 Abs. 1a festgeschrieben. Wenn Sie gegen diese Verordnung verstoßen, riskieren Sie nicht nur eine Strafe, sondern auch die Gesundheit Ihres Kindes. Achten Sie immer darauf, dass der Kindersitz der richtigen Normgruppe für Ihr Kind entspricht. Hintergrund der Verordnung ist, dass selbst Kinder, die kurz vor ihrem 12. Geburtstag stehen, aber noch recht klein für ihr Alter sind, durch den normalen 3-Punkt-Gurt des Autos massive Verletzungen im Beckenbereich erleiden können. Die Auto-Sicherheitsgurte sind für Erwachsene konstruiert und sitzen bei Kindern anders am Körper – bei einem Unfall können sie Quetschungen und innere Verletzungen hervorrufen, wenn keine Sitzerhöhung verwendet wird.

4.3. Welcher Kindersitz passt in Ihr Auto?

Ein Kindersitz, der mit dem Auto-Sicherheitsgurt befestigt wird, ist für jedes Auto geeignet. Noch nicht alle Auto-Modelle sind mit dem Isofix-System ausgestattet. In den neueren Autos werden Sie es vorfinden, aber wenn Sie ein älteres besitzen, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit. Vertrauenswürdige Hersteller haben auf ihren Internetseiten Listen mit Autos, die mit ihren Kindersitzen kompatibel sind. Sie sollten diese vor dem Kauf unbedingt beachten.

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