Kühlerfrostschutz Test 2018

Die besten Frostschutzmittel für den Kühler im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kühlerfrostschutz ist ein Stoffgemisch, das zum Abtransport von Wärme und als Frostschutz eingesetzt wird. Es basiert auf Glykol und bewahrt den Motor Ihres Autos vor Korrosion und Überhitzung.
  • Man unterscheidet zwischen silikathaltigem und silikatfreiem Kühlerfrostschutz. Bei silikathaltigen Gemischen sind sowohl organische als auch anorganische Stoffe für den Korrosionsschutz im Kühler verantwortlich. Bei silikatfreien Gemischen sorgen lediglich organische Salze für den Schutz.
  • Ein Komplettaustausch der Kühlerflüssigkeit ist nach ca. zwei Jahren anzuraten. Nach dieser Zeit hat die chemische Mischung bereits nachgelassen und der Motor ist anfälliger für Frostschäden oder Korrosion.

Kühlerfrostschutz Test

Denkt man an das Thema Autopflege, fallen den meisten Menschen wohl die gängigsten Dinge wie Tanken, Reifenwechsel, Autowäsche oder Ölwechsel ein. Außer Acht gelassen wird dabei oftmals der Gedanke an die Motorkühlung. Gerade im Winter, wenn die Temperaturen unter den Nullpunkt sinken, ist es wichtig, dass das Kühlwasser in Ihrem Fahrzeug nicht einfriert. Um dies zu verhindern, gibt es den sogenannten Kühlerfrostschutz.

In unserem Kühlerfrostschutz-Vergleich 2018 zeigen wir Ihnen, was es mit dem Thema auf sich hat und auf welche Kriterien Sie beim Kauf achten sollten. Neben den verschiedenen Typen zeigen wir Ihnen die Vor- und Nachteile eines Kühlerfrostschutzes und beantworten die Frage, wann und wie man seinen Frostschutz wechseln und ihn entsorgen sollte.

Wenn Sie sich für weitere Vergleiche rund um das Thema Autopflege interessieren, schauen Sie doch einmal hier:

1. Effektive Wärmeableitung: Kühlerfrostschutz für die Motorsicherheit

Motor Temperatur kfz

Kühlerfrostschutz gehört bei den meisten Autobesitzern mittlerweile zum Standard. Die vom Motor produzierte Wärme wird effektiv abgeleitet, wodurch Überhitzung und Schäden am Motor verhindert werden.

Ohne ein Gefrierschutzmittel würde es – vor allem bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt – zu erheblichen Problemen kommen: Die Kühlflüssigkeit könnte gefrieren, sich ausdehnen und so Schläuche, Leitungen, die Wasserpumpe oder sogar den kompletten Motorraum beschädigen. Ein Kühlerfrostschutz ist also gerade im Winter das „A und O“.

KühlerGut zu wissen: In Kühlerfrostschutzmitteln sind oftmals zusätzliche Inhaltsstoffe enthalten, welche das Material des Motors vor Rost im Inneren bewahren. Ebenso können Kavitation (Gasblasenbildung) bilden, Ablagerung und Schaumbildung verhindert werden.

Die Vor- und Nachteile eines Kühlerfrostschutzes haben wir für Sie im Folgenden noch einmal aufgelistet:

  • schützt die Kühlflüssigkeit vor Frostbildung
  • bewahrt den Motor vor Überhitzung
  • verhindert Rost und Kavitation
  • schützt vor Ablagerungen und Schaumbildung
  • dient als Schmierstoff für Kühlsystemkomponenten
  • bei falscher Wahl kann der Motor Schaden nehmen
  • Kürzel auf den Verpackungen sorgen oftmals für Verwirrung

2. Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten!

Autos

Damit Sie Ihren persönlichen Kühlerfrostschutz-Vergleichssieger finden, sollten Sie beim Kauf auf einige grundlegende Dinge achten:

2.1. Silikat oder doch nicht? – Typen von Kühlerfrostschutz

Grundsätzlich unterteilt man verschiedene Kühlerschutz-Typen in drei unterschiedliche Kategorien: Hybrid-, Oat- und Si-Oat-Kühlerschutzmittel.

SilikateGut zu wissen: Hinter dem Begriff Silikat verstecken sich sandähnliche Salze bzw. Esterverbindungen aus Kieselsäure. Im Motor sorgt dieser Bestandteil des Kühlerfrostschutzes für eine Art Schutzschicht, welche sich auf das metallische Oberflächenmaterial legt und so der Bildung von Rost entgegenwirkt.

Kühlerfrostschutz-Typ Beschreibung der Kategorie
Hybrid
  • silikathaltig
  • beinhaltet anorganische und organische Inhibitoren (Hemmstoffe)
  • muss etwa nach zwei Jahren oder nach ca. 60.000 km Fahrstrecke gewechselt werden
  • entsprechende Kürzel: G11 bzw. G48 oder G05
Oat
  • silikatfrei
  • organische Inhibitoren
  • länger haltbar
  • Austausch etwa nach drei oder vier Jahren
  • dennoch: Check des Füllstandes nicht vergessen
  • entsprechende Kürzel: G12, G12+, G14 und G15 bzw. G30, G33 und G34
Si-Oat
  • neuere Entwicklung von Frostschutzmittel
  • silikathaltig
  • anorganische und organische Inhibitoren
  • insbesondere für die Marken aus der Volkswagen-Familie (VW, Porsche, Audi, Skoda, Seat, Bentley)
  • entsprechende Kürzel: G12++ und G13 bzw. G40 und GG40
G-Kürzel: Der Chemiekonzern BASF sowie der Autohersteller Volkswagen gelten als tonangebend in der Kühlflüssigkeitsherstellung. Sie entwickelten zwei Standards, welche seither den Markt beherrschen. Beide Standards haben das Kürzel G mit jeweils einer entsprechenden Zahl.

2.2. Grün, rot, gelb? – Die Farbgebung des Kühlerfrostschutzes

Auf dem Frostschutzmittel-Markt existieren unterschiedliche Farbtöne: Von Rot-Violett über Grün-Blau bis hin zu gelber Färbung ist alles dabei. Wichtig: Ausgehend von den Farben keinerlei Aussage über den Wirkungsgrad des Produktes getroffen werden kann.

Viele Nutzer nehmen beispielsweise an, dass die grüne Farbe beim Kauf eines günstigen Kühlerfrostschutzes für den Verzicht auf anorganische Stoffe und somit für ein silikatfreies Produkt steht. Diese Annahme ist schlichtweg falsch. Denn jeder Hersteller hat hinsichtlich der Farbwahl komplette Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit.

Kühler DampfAchtung: Die Angaben im Handbuch Ihres Autos sind entscheidend. Da Motoren oftmals aus unterschiedlichen Materialien gebaut sind, besteht die Gefahr, dass einige Modelle silikathaltigen Frostschutz nicht vertragen könnten. Deshalb: Richten Sie sich immer nach den Angaben des Herstellers im Handbuch.

2.3. Konzentrat oder Fertigmischung? – Darreichungsformen

Damit Sie den besten Kühlerfrostschutz für sich finden, sollten Sie auch auf die Darreichungsform achten. Frostschutzmittel ist entweder als Fertigmischung oder als Konzentrat erhältlich. Der Vorteil von fertigen Produkten besteht in der Einfachheit der Anwendung. Das Mischverhältnis kann hier außer Acht gelassen werden. Nachteilig ist hingegen der geringe Spielraum bei der maximalen Gradzahl (Gefrierpunkt). Diese können Sie mit einem Frostschutzkonzentrat selbst festlegen, da das Konzentrat mit Wasser angemischt und so individuell dosiert werden kann.

Darüber hinaus ist ein Konzentrat um einiges ergiebiger als eine Fertigmischung, da durch das Anmischen mit Wasser weniger Produkt verbraucht wird.

3. Fragen und Antworten rund um das Thema Kühlerfrostschutz

Kühlerfrostschutz Vergleich

Konnten wir all Ihre Fragen klären? Falls nicht, finden Sie weitere Antworten im abschließenden Kapitel unseres Kühlerfrostschutz-Vergleiches.

3.1. Wie entsorge ich meinen Kühlerfrostschutz?

Giftige Chemikalien haben im Hausmüll nichts zu suchen. Daher ist auch eine fachgerechte Entsorgung von Frostschutzmittel Pflicht! Anlaufstellen zur ordnungsgemäßen Entsorgung wären Abfallbetriebe oder Recyclinghöfe. Die folgenden Anhaltspunkte sollten Sie bei der Entsorgung von Kühlwasser mit einem Frostschutz beachten:

  • Lassen Sie das Kühlwasser zunächst ab und fangen es in einem Kanister auf.
  • Erkundigen Sie sich beim Ordnungsamt über Entsorgungsmöglichkeiten in Ihrer Nähe.
  • Kippen Sie das Kühlwasser auf keinen Fall in den Abfluss oder entsorgen es in der Natur. Für Bodenlebewesen und Pflanzen kann das Frostschutzmittel lebensgefährlich sein.

3.2. Brauche ich destilliertes Wasser zum Anmischen des Konzentrates?

destilliertes WasserVerbreiteter Irrtum

Ab und zu sind Stimmen zu hören, die vom Gebrauch von destilliertem Wasser abraten. Die Begründung: Destilliertes Wasser würde das Kühlsystem angreifen, da es Nährstoffe und Salze aus seiner unmittelbaren Umgebung herauszieht. Hierbei sollte man jedoch bedenken, dass sich dieser „Salzhunger“ durch die Vermischung mit Frostschutzmittel nicht entfaltet. In Verbindung mit Kühlerfrostschutz ist destilliertes Wasser also gänzlich ungefährlich.

Wenn Sie ein Kühlerfrostschutz-Konzentrat erworben haben, muss dieses vor Gebrauch in das korrekte Mischverhältnis gesetzt werden. Die Herstellerangaben auf der Verpackung helfen Ihnen, die richtige Menge zu wählen. Am besten verwenden Sie zum Mischen zudem destilliertes Wasser.

Gewonnen wird destilliertes Wasser durch Destillation, dem Verdampfen und der anschließenden Kondensation, aus Leitungswasser. Destilliertes Wasser ist chemisch gesäubert und somit von Spurenelementen, Ionen und anderen Verunreinigungen, die sonst im Leitungs- oder Quellwasser vorkommen, befreit. So können Kalk und andere Ablagerungen – in den Schläuchen oder im Kühler – weniger anhaften.

3.3. Hat die Stiftung Warentest bereits einen Kühlerfrostschutz-Test durchgeführt?

Die Stiftung Warentest hat bisher noch keinen Kühlerfrostschutz-Test durchgeführt. Allerdings nahm das Prüfinstitut bereits in der Ausgabe 09/2010 verschiedene Autowerkstätten unter die Lupe – für eine eventuelle Kühler-Reparatur auch von Relevanz. Hier schnitten die freien Werkstätten um einiges schlechter ab als die Vertragswerkstätten.

AutowerkstattNur 8 von 25 ATU-Werk­stätten fanden alle fünf präparierten Mängel. Zuver­lässig und service­orientiert arbeiteten lediglich 4. Noch schlechter das Ergebnis bei den Meisterhaft-Betrieben: […] Gerade einmal 2 Meisterhaft-Werk­stätten arbeiteten sehr gewissenhaft und boten einen ordentlichen Service.

test 09/2010

In einer aktuellen Meldung der Stiftung Warentest von 01/2017 wird auf einen kürzlich erfolgten Test des ADAC hingewiesen. Auch hier fiel die Werkstatt-Kette Meisterhaft mit dem Testurteil „mangelhaft“ durch.

3.4. Wann muss das Frostschutzmittel gewechselt werden?

Messspindel
Zeigt an, wann das Frostschutzmittel ausgetauscht werden sollte: Ein Frostschutzprüfer.

Auf fast jeder Verpackung finden sich Herstellerempfehlungen, wie lange sich der Kühlerfrostschutz im Kühler befinden sollte. Neben diesen Anhaltspunkten kann es sinnvoll sein, den Füllstand regelmäßig zu kontrollieren.

Ein sogenannter Frostschutzprüfer (Messspindel) gibt Aufschluss darüber, ob die Kühlflüssigkeit ausgewechselt werden sollte oder ob der Frostschutz noch ausreichend gegeben ist. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Halten Sie den Frostschutzprüfer in das Kühlwasser.
  • Schauen Sie auf der Skala und lesen Sie die angezeigte Gradzahl ab.
  • Die angezeigte Gradzahl ist die maximale Tiefsttemperatur. Das Kühlwasser ist bis zu dieser Temperatur vor dem Gefrieren geschützt.
  • Beträgt die Gradzahl mehr als -20 °C, sollten Sie den Kühlerfrostschutz austauschen.

AutoscheibeTipp: Neben Kühlerfrostschutz gibt es auch Frostschutz für die Scheibe. Dieser ist gerade im Winter ein unverzichtbares Hilfsmittel, um die Front- und Heckscheibe Ihres Autos auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sauber zu halten.

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