Poliermaschine Test 2018

Die besten Poliergeräte im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Eine größere Fläche gleichmäßig per Hand zu polieren kann mitunter ganz schön anstrengend sein. Poliermaschinen, im Volksmund hin und wieder „Schwabbel“ genannt, helfen hierbei.
  • Man kann Rotationspolierer und Exzentermaschinen unterscheiden. Erstere führen eine kreisende Bewegung mit dem Polier-Pad aus, letztere ahmen die Bewegung des manuellen Polierens nach.
  • Rotationspoliermaschinen sind für sehr erfahrene Anwender zu empfehlen, da sie einen deutlich größeren Lackabtrag gewährleisten. Anfänger können mit diesen Maschinen sehr effektiv Schäden anrichten. Ihnen sei zu Poliermaschinen in Exzentertechnik geraten.

Eine der besten Poliermaschinen, nicht nur im Vergleich, sondern auch im Einsatz: Gerät von Einhell

Dem sprichwörtlich „liebsten Kind des Deutschen“, dem Auto, wird besonders viel Pflege zuteil. Regelmäßige Autowäschen und eine sorgsame Instandhaltung und Pflege von Lack und Innenraum sind für viele Fahrzeughalter ein absolutes Muss.

Besonders ungern sind stumpfer Lack oder gar Lackkratzer gesehen. Doch bevor der professionelle Autolackierer zum Noteinsatz gerufen wird, kann man ja vielleicht selbst polieren.

Nicht nur Autolacke freuen sich über regelmäßige Zuwendung: Auch Holzböden, besonders unversiegelter Parkett-Boden, und geöltes Mobiliar mögen die Behandlung mit Politur und Bohnermaschine.

In unserem Poliermaschinen-Vergleich 2018 stellen wir verschiedene Poliermaschinen einander gegenüber und fassen in unserer Kaufberatung für Sie zusammen, worauf es neben dem Poliermaschinen-Typ und dessen Leistung noch ankommt.

1. Glänzende Aussichten: Oberflächen glätten mit einer Poliermaschine

Die Bosch GPO 14 CE Professional von Bosch
Ein Winkelpolierer, hier das Modell Bosch GPO 14 CE Professional, eignet sich vor allem zum Polieren von Holz, Lack, Metall oder Naturstein.

Eine Poliermaschine arbeitet prinzipiell ähnlich wie ein Schwingschleifer, trägt aber anders als dieser nur sehr wenig Material ab. Auf einem rotierenden oder hin und her pendelnden Teller, auf welchem ein Polieraufsatz befestigt ist. Dieser kann, je nach Poliervorhaben, ein grob- oder feinporiger Schwamm oder ein weiches Polierfell sein. Damit der Polierteller durch die schnellen Rotations- bzw. Pendelbewegungen nicht vom Gerät geschleudert wird, ist er mit Klemmbacken oder Schrauben befestigt.

Wie bereits angedeutet, haben Sie die Wahl zwischen zwei verschiedenen Gerätearten, wenn Sie eine Poliermaschine kaufen wollen. Je nachdem, wie der Teller bewegt wird, spricht man von Exzenterpolierern oder Rotationspolierern. Was beide Kategorien unterscheidet und worin ihre Vor- und Nachteile liegen, erfahren Sie im Folgenden.

1.1. Die Exzenterpoliermaschine: ideal für ungeübte Polierer

Bei Exzentermaschinen wird die Polierscheibe nicht direkt durch den Motor angetrieben, sondern die Bewegung wird über ein Schubkurbel-Getriebe mit einem Pleuel vermittelt. Der Polierteller ist hier nicht umlaufend, sondern ahmt stattdessen die oval-schwankende Bewegung der Hand bei der manuellen Politur nach.

  • leicht zu bedienen – auch für unerfahrene Nutzer geeignet
  • stoppt automatisch beim Verkanten des Poliertellers – Schäden und Verletzungsrisiko minimiert
  • winzige Kratzer (Hologrammeffekt) leichter vermeidbar
  • relativ preisgünstig (günstige Poliermaschinen unter 50 €)
  • handlich und geräuschärmer
  • Drehzahl häufig nicht regulierbar
  • oft weniger glänzendes Ergbenis

1.2. Die Rotationspoliermaschine: nur für erfahrene Nutzer

An einer motorgetriebenen Drehachse ist ein Teller (umgangssprachlich auch: „Schwabbelscheibe“) befestigt, der sich bei Rotationspolierern um eben diese Achse dreht. Darauf wird rein Polierpad mit der gewünschten Oberflächenstruktur montiert.

  • hohe Leistungskraft
  • größere Laufruhe
  • geringere Geräuschentwicklung
  • Erfahrung im Umgang nötig – hohes Risiko für Hologramme im Lack
  • zu polierende Oberfläche erwärmt sich z. T. stark
  • relativ kostenintensiv (gute Modelle ab etwa 200 €)

Tipp: Beide Gerätetypen sind für die Politur Ihres Autos geeignet. Allerdings gibt es auch spezielle Autopoliermaschinen, bei denen zwei Griffe an den Gehäuseseiten angebracht sind. So können Sie die Maschine gute kontrollieren und benötigen weniger Muskelkraft für ein gleichmäßiges Polierergebnis.

2. Poliermaschinen: Auf diese Kriterien sollten Sie achten

2.1. Die Leistung in Watt

Poliermaschine KratzerTiefe Kratzer und Schrammen

Kratzer lassen sich nur auspolieren, wenn sie nicht bis zur Grundierung des Lacks reichen. Erkennen können Sie solch tiefreichende Schadstellen an der Farbe, die sich klar von der Lackfarbe unterscheidet. Diese Stellen sollten Sie neu lackieren oder auffüllen, da hier auch die beste Poliermaschine nichts mehr ausrichten kann.

Vor allem für größere Flächen und viel Polierarbeit sollte eine Poliermaschine mit einer gewissen Leistung ausgestattet sein. Schwerere Polierpasten in Kombination mit weichen, langfaserigen Polierpads aus Lammfell oder Polyester und dem Anpressdruck, den das Eigengewicht der Maschine erwirkt: All das will bewegt werden.

Die meisten mittelgroßen Poliermaschinen im Vergleich setzen etwa 700 Watt und mehr um, was insbesondere bei größeren Flächen sinnvoll ist. Möchten Sie vornehmlich kleinere Flächen oder schwer erreichbare Stellen polieren, genügt eine Poliermaschine mit etwa 100 bis 200 Watt.

2.2. Die Drehzahlregulierung für feinere Polierergebnisse

Mit einer frei wählbaren Drehzahl können Sie die Qualität des Polierergebnisses maßgeblich beeinflussen. So kann man für verschiedene Gänge (bei einer mehrschichtigen Politur) die jeweils passende Leistung wählen.

Watt ist ungleich Leistung: Wie bei den meisten Elektrogeräten mit einem Motor ist die Wattzahl einer Poliermaschine eher ein Richtwert für die tatsächliche Polierleistung. Wird z. B. durch konstruktionsbedingte Einbußen die Motorleistung nur schlecht auf das Getriebe und damit auf den Polierteller übertragen, nützt Ihnen auch eine Poliermaschine mit 7.000 Watt nichts.

2.3. Das Gewicht: Leichtere Maschinen lassen sich besser handhaben

Wenn die Politur dank schwerem Gerät zum Workout gerät, ist das für trainierte Zeitgenossen zu verschmerzen. Wer sich durchschnittlich sportlich an die Autopflege macht, sollte aber auf die Geräte-Gewichte achten.
Wenn die Politur dank schwerem Gerät zum Workout gerät, ist das für trainierte Zeitgenossen zu verschmerzen. Wer sich durchschnittlich sportlich an die Autopflege macht, sollte aber auf die Geräte-Gewichte achten.

Bei Werkzeugmaschinen verbinden Kunden „schwer“ oft mit „solide“ – einem im Kontext natürlich durchweg positiv konnotiertem Attribut.

Da die meisten Polituren jedoch nur geringe Druckausübung auf den Lack benötigen, reicht das Eigengewicht der Maschinen aus, um die Politur einzumassieren. Ist die Maschine besonders schwer, wird sie auch schwieriger zu führen.

In diesem Vergleich bringen fast alle Geräte um die zwei Kilogramm auf die Waage, was gesundes Mittelmaß ist und für jeden Erwachsenen problemlos handhabbar.

3.4. Die Kabellänge: Viel hilft viel

Praktikabel sind Kabellängen um etwa 4 Meter. Auch die GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) weist in ihrem Poliermaschinen-Test auf diesen unterschätzten Punkt hin:

„So sollten Elektro-Poliergeräte für vernünftiges Arbeiten an der Karosserie über reichlich Kabel verfügen. Flex, Krauss, Makita, Skil und Westfalia liefern da vier Meter und mehr. Alle anderen begnügen sich mit der – zu kurzen – Hälfte.“

GTÜ Poliermaschinen-Test 2014

Mit Akku-Poliergeräten sind Sie auf der sicheren – aber auch leistungsschwächeren Seite.

3.5. Der Durchmesser des Poliertellers: Weniger ist manchmal mehr

Kanten polieren
Achten Sie beim Kanten oder Rundungen polieren darauf, wenig Druck auszuüben.

Beim Poliertellerdurchmesser kommt es vor allem auf Einsatzzweck und -ort an. Dann ist das Maß aber auch entscheidend:

Autolacke umspielen Kanten, Rundungen, Spalten und teils komplizierte Formen. Hier sind mittelgroße Teller mit 120 oder 150 mm ideal. Größere Durchmesser werden unhandlich und unflexibel, kleinere unpraktisch.

Für Arbeiten an flächigeren Teilen – Holzfußböden beispielsweise – oder filigraneren Stücken, zum Beispiel Antiquitäten, Musikinstrumenten oder Möbelstücken, können deutlich kleinere bzw. größere Polierteller durchaus sinnvoll sein.

Poliermaschine Test Poliertuch

4. Hinweise zur korrekten Nutzung

  • Kleben Sie (unlackierte) Kunststoffteile vor dem Poliervorgang sorgfältig mit Maler-Krepp ab.
  • Gilt es, lackierte Kunststoffteile zu polieren, üben Sie nur geringen Druck aus.
    Pausieren Sie regelmäßig, damit der Lack nicht zu heiß wird.
  • Verwenden Sie Polierpads mit dem jeweils zum Lack passenden Abriebgrad.

Abstand halten: Achten Sie darauf, ein Polierpad zu verwenden, dass im Durchmesser etwas größer ist als der Polierteller und über diesen an den Rändern hinausragt. Ist Der Polieraufsatz zu klein, kann die rotierende Scheibe Lackschäden verursachen. Messen Sie also von dem Neukauf  des Polierpads die Tellergröße aus, um einen Richtwert zu erhalten.

Poliermaschine Anwendung

  • Geben Sie die Politur nie direkt auf den Lack, sondern immer auf das Polierpad.
  • Verwenden Sie die Politur sparsam: Um einen halben m² Lack zu polieren, reicht ca. 6 – 7 erbsengroße Tropfen.
  • Anfangs muss aber das Pad mit Politur gesättigt werden. Hier ruhig reichlich auftragen und in die Fasern einmassieren.
  • Bleiben Sie in Bewegung und polieren Sie eine Stelle nie zu lang am Stück.
  • Arbeiten Sie möglichst nach „Kreuzgang“- Art: Bewegen Sie die Poliermaschine in einem schachbrettartigen Muster mit kleinen Kreisbewegungen über die Oberfläche.

Rundungen polieren: Hier benötigen Sie kaum Druck für ein gutes Polierergebnis. Da das Pad bei unebenen Flächen nur auf einer kleinen Stelle aufliegt, reicht der Druck durch das Gerätegewicht vollkommen aus.

  • Ihnen fehlt noch Poliererfahrung? Arbeiten Sie anfangs mit einem weichen, feinen Polieraufsatz und sehr wenig Druck. Tasten Sie sich langsam vor, um den optimalen Druck bzw. den passenden Polieraufsatz für sich zu finden. So vermeiden Sie Hologrammeffekte.
  • Vergessen Sie das Versiegeln des Lacks nicht! Nach dem Polieren sollte die Lackoberfläche mit Wachs verschlossen werden
  • Unebenheiten lassen sich abschließend leicht mit einem Poliertuch ausbessern.

Weitere Hilfestellungen bietet Ihnen dieses Video:

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Poliermaschinen

5.1. Welches Polierpad verwende ich für welche Oberfläche?

Die BT-PO 90 von Einhell
Die BT-PO 90 der Marke Einhell.

Es gibt unterschiedliches Zubehör wie Polieraufsätze, die der Hersteller auch meist als Poliermaschine-Set zum Gerät mitliefert.

Die Fachzeitschrift Lackiererblatt unterstellt hier eine gewisse Geheimniskrämerei, die Lackierer ähnlich wie Köche oder Bäcker zum Schutze ihrer Rezepte vorschürzen.

Ganz generell gilt, dass Lammfellpads eine besonders hohe Abrasivität haben, also eine hohe Schleifwirkung erzielen („viel wegnehmen“). Sie sind für die erste grobe Politur perfekt geeignet.

Schaumstoffschwämme haben eine geringere Schleifwirkung und werden je nach Schwammstruktur fürs Grobe bis hin zum sehr feinen Polieren verwendet.

Beachten Sie gegebenenfalls auch die Lackieranleitung, die Lack und/oder Poliermaschine beiliegt.

Poliermaschine KratzerWie reinige ich die Poliermaschine?

Reinigen Sie Ihre Poliermaschine nach jeder Benutzung, am besten sofort. Wichtig: Ziehen Sie zuerst den Netzstecker! Säubern Sie mehrfach benutzbare Pads mit viel warmem Wasser. Führen Sie Einweg-Teile dem Recycling zu.

Nutzen Sie Microfasertücher für Teller und Korpus der Poliermaschine. Berücksichtigen Sie immer auch die Herstellerangaben in der Bedienungsanleitung.

5.2. Welche Politur ist zu verwenden?

Die Wahl der jeweils geeigneten Politur bestimmt der Zustand des Lacks: Ist dieser noch neu oder bereits grundgereiningt, behandelt man ihn mit Hartwachs. Matte und verwitterte Lacke werden mit Autopolituren mit höherem Schleifmittelanteil abgetragten, bis der Grauschleier verschwindet.

5.3. Hat die Stiftung Warentest Poliermaschinen geprüft?

Wirklich ausführliche Poliermaschinen-Tests finden sich nur selten und auch die Stiftung Warentest hat in dieser Kategorie noch keinen Poliermaschinen-Vergleichssieger gekürt. Die aktuellste Praxisprobe von Poliergeräten findet sich bei der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Hier wurden im Jahr 2014 Exzenter- und Rotationspolierer auf Herz und Nieren geprüft.

Das Ergebnis: In fast allen Belangen schneiden Rotationspolierer besser ab. Sind Sie also handwerklich geschickt oder haben schon Erfahrungen mit Poliermaschinen gesammelt, sind diese Geräte die bessere Wahl.

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