Reboarder Test 2017

Die besten Reboarder im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Reboarder ist ein Kindersitz-Typ, der wie eine Babyschale rückwärts zur Fahrtrichtung ausgerichtet ist. Der Reboarder kann entweder im Anschluss an die Babyschale oder als deren Ersatz verwendet werden.
  • Sie sollten Ihr Baby nicht zu früh in Fahrtrichtung in den Sitz schnallen. Rückwärts ausgerichtete Kindersitze sind sichererer und verteilen die Beschleunigungskräfte bei einem Unfall auf den ganzen Kinderkörper und nicht nur auf den Hals.
  • In naher Zukunft werden Reboarder-Kindersitze sogar bis zum 15. Lebensmonat Pflicht. Heute reicht es, wenn das Baby ca. 9 kg schwer ist – oft ist dies ca. im 10. Monat der Fall –, damit es beim Autofahren nach vorne schauen darf. Experten sind sich einig, dass dies zu früh ist.

Reboarder Test

Eltern liegt das Wohl ihrer Kinder sehr am Herzen. Manchmal möchte man sie einfach in Watte hüllen oder wie in einer Filmszene in einer luftgefüllten Plastikkugel vor all dem Bösen und Schlechten in der Welt beschützen. Leider – oder vielleicht auch zum Glück – geht das nicht.

Was die Kindersicherheit im Auto angeht, so können Eltern jedoch mit dem richtigen Sicherheitssystem die Verletzungsgefahr für ihre Kleinen so gering wie möglich halten. Ein nach hinten gerichteter Kindersitz, ein sogenannter Reboarder, ist sehr sicher und wird von Experten sogar bis zum 4. Lebensjahr empfohlen. Warum bei diesen Sitzen die Verletzungsgefahr so gering ist und was sich aus rechtlicher Sicht in Sachen Kindersicherheit im Auto bald ändern wird, erfahren Sie in unserem Reboarder-Vergleich 2018.

1. Die sicherste Art mitzufahren: mit dem Rücken zur Fahrtrichtung

Reboarder PflichtSeit 2013 gibt es eine neue EU-Verordnung

Es existiert eine neue EU-Verordnung zur Kindersicherheit, die bislang nur in Teilen in Kraft getreten ist: Die sogenannten I-Size-Modelle, mit der auch eine neue Prüfnorm (ECE R129) eingeführt wurde, sind Teil dieser Verordnung. Die Verordnung sieht auch vor, dass Kleinkinder zukünftig nicht mehr nur bis zu einem Körpergewicht von 9 kg, sondern bis zum 15. Lebensmonat mit Blick gegen die Fahrtrichtung im Auto chauffiert werden müssen.

Es ist eine einfache Rechnung der Physik: Fährt Ihr Kind mit Blick in Fahrtrichtung, wirkt die Beschleunigungsenergie, die bei einem Auffahrunfall entsteht, besonders stark auf den Kopf und den Nacken des Kindes. Die Muskulatur ist hier jedoch noch nicht ansatzweise stark genug, um dieser abrupten Energie etwas entgegen zu setzen. Folglich kann es zu sehr schweren Nackenverletzungen kommen, die im schlimmsten Fall sogar zu einem Genickbruch führen können.

Ein Reboarder ist ein nach hinten, also entgegengesetzt der Fahrtrichtung blickender Kindersitz. Auf diese Weise verringert er deutlich das Verletzungsrisiko für Babys und Kleinkinder: Er führt dazu, dass sich die wirkende Beschleunigungsenergie nicht auf den Nackenbereich konzentriert, sondern dass sie über den ganzen Körper verteilt und von dem Reboarder absorbiert wird.

Gesetzlich ist es derzeit noch vorgeschrieben, dass Babys bis ca. 9 kg in einem solchen Reboarder sitzen müssen – das kann auch eine nach hinten gerichtete Babyschale sein. Experten empfehlen jedoch, Kinder bis zum vierten Lebensjahr in einem Reboarder im Auto zu chauffieren.

gewichtsverhaeltnis kopf körper
Bei Kinder ist der Kopf unverhältnismäßig groß im Vergleich zum restlichen Körper.

Der Kopf eines Babys ist im Verhältnis zu seinem restlichen Körpers sehr groß und macht rund 25 Prozent des Körpergewichts aus. Die noch nicht vollends entwickelte Nackenmuskulatur trägt gefühlt die Last der neuen Welt auf den Schultern.

Erst mit ungefähr vier Jahren ist die Muskulatur richtig ausgebildet und kann den Kopf auch bei abrupten Erschütterungen einigermaßen gut halten.

Wenn Sie z. B. mit 50 km/h einen Auffahrunfall haben, müssen Sie bedenken, dass die wirkenden Beschleunigungskräfte mit einem Sturz aus dem dritten Stockwerk vergleichbar sind.

kraefte-beim-unfall
Bei einem Unfall wirken an mehreren Körperstellen Ihres Kindes Schleuderkräfte.

Sie sollten nicht denken, dass Ihr Kind nun vier Jahre lang immer dieselbe Rückenlehne anstarren muss. Das Seitenfenster im Blick hat Ihr Baby bzw. Kleinkind zusätzlich die Möglichkeit, seine vorbeirauschende Umgebung über die Heckscheibe Ihres Autos aufzusaugen. Der Vorteil dieses Blickwinkels ist, dass sich die kleinen Augen nicht ständig neu fokussieren müssen.

Sausen Objekte von vorne an einem vorbei, ist das Auge stetig in Bewegung, während sie mit Blick nach hinten noch lange zu sehen sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihr Kind dadurch während der Fahrt deutlich ruhiger ist.

2. Sicherheit im Auto mit verschiedenen Arten von Kindersitzen

Kategorie von Kindersitzen Beschreibung
Babyschalereboarder-babyschale
  • Kindersitze der Gruppe 0 und 0+
  • ideal nach der Geburt
  • lassen sich oft auf einen Kinderwagen oder Buggy aufsetzen
Reboarderreboarder-standfuss
  • Reboarder sind Kindersitze der Gruppe 0 bis 1
  • bei Verwendung ab Geburt Sitzverkleinerer nutzen – so Reboarder lässt sich in Maxi-Cosi-Reboarder umwandeln
  • hohe Sicherheit für das Kind
  • Blick auf das Kind mit Sicherheitsspiegelan der Windschutzscheibe
  • Pseudo-Reboarder: Positionierung entgegen der Fahrtrichtung bis max. 13 kg, danach Drehung des Sitzes in Fahrtrichtung
Kindersitzreboarder-kindersitz
  • Kindersitze der Gruppe 1 bis 3
  • oft mit abmontierbarer Rückenlehne – dient als Sitzerhöhung

Hier finden Sie die Vor- und Nachteile der Reboarder gegenüber nach vorne gerichteten Kindersitzen für Kinder bis zum 4. Geburtstag im Überblick:

  • erhöhte Sicherheit
  • angenehmer für die Augen
  • kann schon als Babyschale verwendet werden
  • praktisch bei engen Parklücken – Autotür muss nicht so weit geöffnet werden, um Kind herauszuholen, vor allem bei drehbaren Kindersitzen
  • oft teurer als nach vorne gerichtete Sitze

3. Kaufberatung: So finden Sie Ihren persönlichen Babyschalen-Vergleichssieger

3.1. Die richtige Größe sollte es sein

Ist der Kindersitz zu groß, dann verringert sich die Sicherheit, die der Reboarder Ihrem Kind bieten kann. Bei einem Unfall könnte Ihr Kind aus dem Sitz geschleudert werden. Darum sollten Sie immer darauf achten, dass der Sitz der richtigen Normgruppe entspricht.

Hier finden Sie eine Übersicht über die existierenden Normgruppen:

Recaro Reboarder
Eine höhenverstellbare Kopfstütze, hier bei einem Reboarder von Recaro, ermöglicht eine lange Nutzugnsdauer.
    • Kindersitze der Gruppe 0
      • von der Geburt bis zu einem max. Körpergewicht von ca. 9 kg
    • Kindersitze der Gruppe 0+
      • von der Geburt bis zu einem max. Körpergewicht von ca. 13 kg
    • Kindersitze der Gruppe 0+/1
      • von der Geburt bis zu einem max. Körpergewicht von ca. 18 kg
    • Kindersitze der Gruppe 1
      • von ca. 9 kg bis zu einem max. Körpergewicht von ca. 18 kg
    • Kindersitze der Gruppe 1/2
      • von ca. 9 kg bis zu einem max. Körpergewicht von ca. 25 kg
    • Kindersitze der Gruppe 2
      • von ca. 15 kg bis zu einem max. Körpergewicht von ca. 25 kg
Pseudo-Reboarder
Ein drehbarer Pseudo-Reboarder von Maxi-Cosi.
  • Kindersitze der Gruppe 2/3
    • von ca. 15 kg bis zu einem max. Körpergewicht von ca. 36 kg
  • Kindersitze der Gruppe 3
    • von ca. 25 kg bis zu einem max. Körpergewicht von ca. 36 kg
  • Kindersitze der Gruppe 1/2/3
    • von ca. 9 kg bis zu einem max. Körpergewicht von ca. 36 kg
  • I-Size
    • nicht das Gewicht, sondern die Körpergröße ist wichtig
    • von der Geburt bis zu einer max. Körpergröße von 105 cm

Die Prüfnorm und I-Size:
In oranger Farbe finden Sie auf jedem zugelassenen Produkt die Prüfplakette. Das europäische Prüfzeichen erkennen Sie an einem großen E, auf das eine Zahl folgt – die Länderkennung. In Deutschland zugelassene Modelle weisen an dieser Stelle eine 1 auf. In der darunterliegenden Zeile finden Sie eine weitere Zahlenkombination, welche entweder mit einer 04 oder einer 03 beginnen muss. Achten Sie also auf die Normen ECE 44/03 oder 04.
Für die I-Size Reboarder für die Isofix-Basis ist eine andere Prüfnorm erforderlich: ECE R 129.

Es kann durchaus von Vorteil sein, einen mitwachsenden Sitz zu kaufen. Das sind Modelle, die in mehrere Gruppen reinfallen. So müssen Sie nicht vier verschiedene Sitze kaufen. Anstatt einer Babyschale der Gruppe 0 können Sie z. B. einen Reboarder mit Sitzverkleinerer kaufen, damit der Sitz auch Ihrem Neugeborenen perfekt passt.

3.2. Die Befestigung des Reboarders – Isofix als Goldstandard

reboarder-verstellbare-rueckenlehne
Dank einer verstellbaren Rückenlehne können Sie die ideale Sitzposition für Ihr Kleinkind einstellen.

Wenn Sie einen Reboarder kaufen wollen, sollten Sie sich zunächst einmal die Rückbank Ihres Autos ansehen. Wenn Sie zwischen Rückbank und der dazugehörigen Rückenlehne zwei Metall-Ösen finden, dann verfügt Ihr Auto über das sogenannte Isofix-System. In diese Ösen kann eine Kindersitz-Basis mit eigens hierfür entwickelten Haken einrasten. Auf dieser Basis befestigen Sie anschließend den Reboarder.

Das Isofix-System gilt als sehr sicher und soll im Zuge der Umsetzung der erwähnten EU-Verordnung in Zukunft sogar verpflichtend sein. Die heutige Alternative besteht in der Befestigung mit dem Auto-Sicherheitsgurt, wodurch diese Reboarder günstiger sind also solche mit Isofix-System. Die Gurtbefestigung ist zwar auch sicher, allerdings birgt sie ein sehr hohes Fehlerpotential. Bringen Sie den Gurt falsch an, gefährden Sie Ihr Kind.

Reboarder Spiegel
Mit Hilfe eines Spiegels haben Sie Ihr Baby auch im Reboarder immer im Blick.

Der beste Reboarder verfügt außerdem über einen Seitenaufprallschutz, Gurtpolster und zentral verstellbare Gurte, Schlosspolster, eine verstellbare Rückenlehne, einen abnehmbaren und waschbaren Bezug und ist – außer es ist ein Reboarder ohne Isofix – auf der Basisstation drehbar.

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Reboarder

4.1. Was tun, wenn das Kind nicht im Kindersitz rückwärts fahren will?

Als Eltern wissen Sie nach einiger Zeit, was dieses und jenes Quengeln Ihres Kindes zu bedeuten hat – aber können Sie das auch im Auto von sich behaupten? Normalerweise fahren Sie bestimmt keine weiten Strecken und Ihr Baby kennt es aus dem Maxi Cosi nicht anders als im Kindersitz rückwärts zu fahren.

Weinen im Auto muss nicht gleichbedeutend sein mit „keine Lust rückwärts zu fahren“, sondern kann auch generelle Unzufriedenheit ausdrücken. Versuchen Sie, Ihrem Kind ein neues Erlebnis zu ermöglichen und kaufen Sie kleine Spielsachen, wir beispielsweise eine Spieluhr, die dem Kind Beschäftigung während der Fahrt ermöglichen. Viele Hersteller bieten Ihnen eine Reihe an Zubehör für Ihren persönlichen Reboarder-Vergleichssieger.

Hier finden Sie die beliebtesten Hersteller und Marken im Überblick:

  • ABC Design
  • Britax Römer
  • Maxi-Cosi
  • Peg-Perego
  • Joie Spin
  • BeSafe
  • Queridoo
  • kiddy
  • Cybex Sirona
  • Hauck

4.2. Wohin mit den Beinen?

Gibt es einen Reboarder-Test vom ADAC?

Im Herbst 2016 hat der ADAC gemeinsam mit der Stiftung Warentest keinen Reboarder-Test, sondern einen mit Kindersitzen im Allgemeinen veröffentlicht. 16 Modelle wurden hier untersucht.

Einen Reboarder-Vergleichssieger gibt es leider nicht, aber das hängt mit einem entscheidenden Test-Faktor zusammen: Die Unfallsicherheit fließt nur zu 50 Prozent in das Vergleichsergebnis mit ein. Je 25 Prozent entfallen auf die Handhabung und Ergonomie.

Bei der Handhabung verliert ein Reboarder Punkte, da er laut der Prüfer schwerer einzubauen ist – allerdings gibt es hier ebenso wie für nach vorne gerichtete Kindersitze ein einfaches Click-System, das Isofix, mit dem der Einbau kinderleicht und sicher ist.

Sitzen Sie gerne lange auf einem Platz, der so hoch ist, dass Ihre Füße nicht den Boden berühren und die Beine baumeln? Bereits nach einer kurzen Zeit wird Ihnen das garantiert unangenehm. Im Auto, im Büro, am Esstisch oder abends auf dem Sofa – Ihre Füße berühren doch eigentlich ständig den Boden. Warum sollten also die Beine Ihres Kindes während der Autofahrt baumeln?

Kinder sitzen oft mit angewinkelten Beinen oder gar im Schneidersitz, da sie auch noch wesentlich beweglicher sind als Erwachsene. Viele Reboarder verfügen außerdem über eine Schutzplatte für die Rückenlehne der Rückbank, damit die kleinen Schühchen Ihres Kindes das Polster nicht ruinieren.

4.3. Wie groß muss das Auto sein?

Sie brauchen keinen SUV, damit Ihr dreijähriges Kind auf der Rückbank in einem Reboarder sitzen kann. Oft wird der benötigte Platz viel zu groß eingeschätzt – selbst in einen Dreitürer ist es möglich, einen Reboarder einzubauen. Bei einem guten Hersteller ist auf der Internetseite auch eine Liste mit Fabrikaten zu finden, in die seine Produkte hineinpassen.

Des Weiteren haben Sie bei vielen Verkehrsschulen die Möglichkeit, sich vor Ort einen Reboarder zu Testzwecken in Ihr Auto einbauen zu lassen.

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