Rückenprotektor Test 2017

Die besten Rückenprotektoren im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Outdoor-Sportarten wie Ski-, Snowboard- oder Motorradfahren sowie Reiten sind mit hohen Geschwindigkeiten und deshalb mit einem höheren Unfallrisiko verbunden. Um Verletzungen bestmöglich zu vermeiden, sollten Sportler Schutzpolster tragen, darunter Rückenprotektoren, die Wirbelsäule und Nacken schützen.
  • Grundsätzlich wird zwischen Soft- (Weichschaumanteil) und Hartschalenprotektoren (Hartkunststoffelemente) für den Rücken unterschieden. Wichtig ist, dass jeder Protektor die Anforderungen der Europäische Norm (EN) 1621-2 erfüllt und über eine ausreichende Aufpralldämpfung verfügt.
  • Neben dem Prüfzeichen lohnt sich außerdem der Blick auf das Material. Während der Protektor eng am Körper anliegt, ohne unangenehm zu drücken, sollten Mesh-Einsätze für die nötige Luftzirkulation sorgen.

rueckenprotektor-test

Wer gerne Motorrad, Ski, Snowboard bzw. Fahrrad fährt oder auf einem Pferd reitet, der bewegt sich oft mit hohen Geschwindigkeiten fort. Dabei steigt gerade dort, wo das Tempo hoch ist, das Unfallrisiko. Allein in Deutschland verunglückten 2015 etwa 29.986 Menschen bei Unfällen mit Motorrädern – insgesamt 632 Unfälle endeten tödlich.

Beim Ski- und Snowboardfahren ist die Unfallzahl zwar etwas niedriger, dennoch registrierte  die Schweizerische Versicherungsanstalt Suva im Jahr 2016  13.342 Ski- sowie 2.481 Snowboardunfälle.

Die Zahlen zeigen exemplarisch, wie wichtig und notwendig Protektoren bei temporeichen Outdoor-Sportarten sind. Eine bei vielen Sportarten getragene Schutzbekleidung sind Rückenprotektoren. Ihre Weichschaum- oder Hartkunststoff-Elemente sorgen dafür, dass sowohl Nacken als auch Rücken bei Stürzen geschützt werden.

In unserem Rückenprotektor-Vergleich 2018 stellen wir Ihnen nicht nur die verschiedenen Protektoren-Arten vor, sondern wir verraten Ihnen auch, warum beim Kauf das Material und die richtige Passform eine wichtige Rolle spielen.

1. Weich oder hart – Protektoren-Typen im Überblick

Wenn Sie einen Rückenprotektor kaufen möchten, dann werden Sie zwei verschiedenen Kategorien eines Rückenschützers begegnen: den sogenannten Softprotektoren und den Hartschalenprotektoren.

Die wichtigsten Eigenschaften beider Typen haben wir Ihnen in nachfolgender Tabelle zusammengestellt:

Softprotektoren Hartschalenprotektoren
 brustprotektor  rückenpanzer ski
  • großer Weichschaumanteil (Soft Foam); meist aus Ethylenvinylacetat (EVA), Polyurethane (PU)
  • besonders leicht und anpassungsfähig
  • schmiegen sich gut an den Körper an; hoher Tragekomfort
  • Aufprall wird wie beim Fallen auf eine dicke Matratze abgefangen
  • werden wie ein Hemd ohne Ärmel oder eine Weste (Protektorenweste) angezogen
  • werden unter der Jacke getragen
  • Verarbeitung von stoßabsorbierendem und dämpfendem Schaumstoff
  • zusätzlich schlagfeste Hartkunststoffelemente (z. B. Polypropylen) auf Rückeninnenseite (mehrere Platten)
  • stoßfest; punktuelle Aufpralle werden großflächig verteilt
  • werden wie eine Weste getragen oder mit Hilfe von Schulter-, Brust- und einem Nierengurt (Rückenpanzer) umgeschnallt
  • werden unter der Jacke getragen
schränken Bewegungsfreiheit kaum ein; hoher Tragekomfort

können bequem unter der Kleidung (Jacke) getragen werden

guter Sitz; verrutschen nicht

abhängig vom Material schweißtreibend

bei Punktaufschlägen niedrige Wirkung

schützen vor spitzen Gegenständen (z. B. Steine) besonders effektiv

schränken Bewegungsfreiheit kaum ein; Kunststoffelemente bewegen sich mit

geringe Dämpfung bei Aufprall

schwerer als Softprotektoren

verrutschen leichter

Alternativ finden Sie bei verschiedenen Herstellern sogenannte Protektorenjacken. Diese verfügen über Protektoren im Schulter-, Ellenbogen-, Unterarm-, Brust-, Rücken- sowie  Unterarmbereich und bieten somit einen sehr guten Rundumschutz.

2. Kaufberatung: Material, Normung und Passform sind zentral

2.1. Material

Motorrad- vs. Skiprotektoren

Oft wird die Frage gestellt, ob man Rückenprotektoren für den Motorradsport bspw. auch beim Skifahren tragen kann? Grundsätzlich lautet die Antwort „Ja“, da die jeweiligen Protektoren kaum Unterschiede aufweisen.

Lediglich in einigen Fällen kann es vorkommen, dass die Motorrad-Rückenschützer etwas steifer sind und einen eingeschränkteren Bewegungsspielraum haben. Zudem können sie gelegentlich etwas höher sein, da die Nackenwirbel geschützt werden sollen. Beim Skifahren ist diese Stütze jedoch hinderlich.

Deswegen hilft nur eins: anziehen und ausprobieren!

Unabhängig davon, für welche Outdoor-Sportart eine Rückenprotektor-Weste oder -Hemd benötigt wird, das Material gehört beim Erwerb eines Rückenschützers zu den wichtigsten Kaufkriterien

Bei Softprotektoren ist es wichtig, dass Sie auf einen Weichschaumanteil achten, schließlich dämpft er den Aufprall und schützt den Träger somit vor Verletzungen. Meist bestehen die Kunststoffschäume aus Polyurethan (PU) oder Ethylenvinylacetat (EVA), die wie bei einem Sandwich in Schichten übereinandergelegt werden. Beide Materialien sind besonders leicht und ermöglichen einen hohen Tragekomfort, unabhängig von Kälte und Nässe.

Ebenso möglich sind Rückenprotektoren aus viscoelastischen Schaumstoffen (Formgedächtnispolymeren). Diese Materialien haben den Vorteil, dass sie durch die Körpertemperatur weicher werden und sich somit optimal an den Rücken des Trägers anschmiegen.

Zudem nimmt das Material wieder seine ursprüngliche Form an (Memory Effect), sobald der Träger das Protektorenhemd oder die -weste auszieht. Diese Eigenschaft kommt den viscoelastischen Schaumstoffen auch bei Stürzen zugute. Die Schaumstoffe dämpfen die Aufprallenergie ab, verändern dabei ihre Form, und kehren anschließend wieder in ihre Ursprungsform zurück.

Tipp: Softprotektoren eignen sich besonders gut für Skifahrer und Snowboarder, die auf freien und präparierten Pisten unterwegs sind. Aber auch beim Reiten werden Softprotektoren oft getragen.

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Ein Unisex-Modell: Hartschalenprotektor von Safe Max.

Hartschalenprotektoren sollten sich am Rücken einerseits aus stoßabsorbierenden und dämpfenden Schaumstoffen (bspw. Polyester) sowie andererseits aus einer schlagfesten Hartkunststoffplatte zusammensetzen. Bei der Platte werden meistens robuste und stoßfeste Materialien wie Polypropylen (PP) oder Polycarbonat (PC) verwendet. Damit die Platte flexibler ist, setzt sie sich meist aus mehreren Einzelteilen zusammen. So bewegen sich Snowboard-Protektoren und Protektoren fürs Motorradfahren bei jeder Bewegung mit.

Obwohl Hartschalen-Protektoren im Vergleich zu Soft-Protektoren schwer sind, haben sie einen entscheidenden Vorteil: Sie schützen den Rücken und Nacken besonders effektiv bei Stürzen auf spitze Gegenstände, bspw. auf Steine.

Unabhängig davon, welches Protektorenmaterial verwendet wird, sollte der Protektor zusätzlich an der Rückseite mit atmungsaktiven Materialien, bspw. mit Mesh-Einsätzen, ausgestattet sein.

Tipp: Hartschalenprotektoren für den Rücken werden häufig von Ski- und Motorradfahrern sowie Snowboardern benutzt, die abseits der Pisten bzw. im steinigen und besonders unebenen Gelände unterwegs sind.

2.2. Eine Frage der Norm

Norm-Dschungel

Nicht nur für Rückenprotektoren gibt es eine europaweit geltende Norm, auch andere Sturzpolster, wie Schulter-, Ellbogen-, Hüft- und Knie-Protektoren, werden mit einem Prüfzeichen ausgezeichnet. Hier gilt die EN 1621-1.

Ein guter Rückenprotektor-Test kommt nicht ohne den Hinweis auf das Prüfzeichen aus. Eine gute Orientierung beim Kauf eines Rückenprotektors für Kinder oder Damen und Herren bietet die Europäische Norm (EN) 1621-2 für Rückenprotektoren. Sie gilt sowohl für den Motorradsport als auch für den Wintersportbereich.

Dabei definiert die Norm nicht nur die Größe der Rückenprotektoren, sondern auch die Dämpfungswerte. Bei der EN 1621-2 werden zwei Schlagabsorbtions-Level bzw. Schutzklassen unterschieden, wobei Modelle mit Level 2 bessere Stoßdämpfungswerte als Modelle mit dem Level 1 aufweisen und demnach einen höheren Schutz bieten.

Auf einen ausführlichen Produkt-Test können Sie bisher nicht zurückgreifen. Die Stiftung Warentest hat noch keinen einschlägigen Rückenprotektor-Test durchgeführt.

Hinweis: Aus Sicherheitsgründen empfehlen wir Ihnen den Kauf von zertifizierten Rückenprotektoren fürs Motorrad-, Ski- oder Snowboardfahren. Von besonders günstigen Rückenprotektoren ohne Prüfzeichen raten wir Ihnen ab.

2.3. Passform

Damit ein Ski-Protektor oder ein Motorrad-Rückenprotektor beim Sturz ausreichend Schutz vor Wirbelsäulenverletzungen bietet, muss er richtig sitzen. Deshalb sollten Sie beim Kauf Ihres Rückenprotektor-Vergleichssiegers einige Dinge beachten:

  • nierengurt
    Um den richtigen Sitz des Rückenprotektors zu gewährleisten, sind oft auch die Schulter-, Brust-, sowie Bauchgurte verstellbar.

    Orientieren Sie sich an Ihrer Körpergröße.

  • Sie haben die Wahl zwischen Herren- und Damen- sowie Unisex-Modellen. Gewöhnlich haben die Rückenprotektoren für Damen einen schmaleren Hüftgurt und speziell geformte Schultergurte.
  • Grundsätzlich sollte die gesamte Fläche vom Halswirbel bis zum Steißbein vom Rückenprotektor abgedeckt werden. Im besten Fall geht er bis über die Schulterblätter.
  • Der Protektor ist zu lang, wenn er sich beim Hinsetzen nach oben schiebt.
  • Sie sollten sicher gehen, dass Ihre Skijacke über den Protektor gezogen werden kann. Deshalb sollten Sie die Skikleidung bei der Anprobe (zu Hause oder im Geschäft) parat haben.
  • Wichtig ist eine körpernahe Passform. Der Protektor sollte jedoch nirgendwo einschneiden oder die Beweglichkeit einschränken. Überprüfen Sie den Sitz deshalb auch, indem Sie die typische Fahrerhaltung einnehmen.

3. Bekannte Marken und Hersteller von Rückenprotektoren

dainese rueckenprotektor
Der Komperdell-Protektor ist speziell auf die Bedürfnisse von Damen ausgerichtet und hat eine engere Schnittform als die Unisex- oder Herrenmodelle.

Auf dem Markt für Rückenprotektoren sind einige Marken und Hersteller vertreten, darunter Hersteller, wie Komperdell und Alpina, die sich auf die Bedürfnisse von Wintersportlern spezialisiert haben. Entsprechend finden Sie in dem Sortiment der Anbieter Snowboard-Rückenprotektoren sowie Ski-Rückenprotektoren. Hier müssen Sie mit einer Investition von bis zu 100 € oder mehr rechnen.

Hochwertige Motorrad-Protektoren oder Motorrad-Protektorenwesten finden Sie hingegen bei Herstellern wie Held. Auch hier kosten gute Rückenschützer um die 100 €.

Ähnlich hoch ist der Preis für einen Rückenprotektor von Dainese. Der Hersteller richtet sein Angebot zum einen an Motorradfans und Wintersportler. Zum anderen bietet Dainese Rückenprotektoren fürs Reiten und den MTB-Sport an.

Wichtige Marken und Hersteller im Überblick:

  • Alpina
  • protectWear
  • Black Crevice
  • Black Canyon
  • Atomic
  • Held
  • Dainese
  • Komperdell
  • Spartan
  • POC
  • SasTec
  • Bolder

Preisfrage: Die Preisspanne von Rückenprotektoren ist groß – sie liegt etwa zwischen 40 und 200 €. Grundsätzlich ist ein besonders teurer Protektor nicht automatisch besser als ein günstiger Rückenprotektor. Entscheidend ist, ob der Rückenschützer mit einem Prüfzeichen gekennzeichnet ist. Personen, die nur gelegentlich einen Rückenschützer tragen, können erstmal auf preiswertere Produkte zurückgreifen. Für Vielnutzer ist hingegen die Anschaffung eines teureren Modells zu empfehlen, da die Verarbeitung oft besser ist.

komperdell-rueckenprotektor

4. Häufige Fragen zum Thema Rückenprotektor

4.1. Wie pflegt man Protektoren für den Rücken?

rueckenprotektor weste
Die meisten Rückenprotektoren können problemlos bei 30 °C in der Waschmaschine gewaschen werden.

Selbst die besten Rückenprotektoren machen sich beim regelmäßigen Tragen durch unangenehmen Schweißgeruch bemerkbar.

Deshalb ist es praktisch, dass die meisten Rückenprotektoren fürs Ski- oder Motorradfahren in der Waschmaschine gewaschen werden können – in der Regel bei 30 °C.

Befolgen Sie in jedem Fall die Hersteller-Angaben, damit Sie möglichst lange an Ihrem Rückenprotektor Freude haben. Evtl. müssen vor dem Waschen bestimmte Schutzelemente entfernt werden. Achten Sie außerdem darauf, ob ein Weichspüler verwendet werden darf. Die meisten Waschzusätze zerstören auf Dauer das Gewebe von Funktionskleidung.


Wann müssen Protektoren ausgetauscht werden?
Sobald Ihr Protektor (Soft- oder Hartschalenprotektor) beim Sturz einen Schlag abbekommen und demzufolge Risse oder kaputte Stellen aufweist, empfehlen wir Ihnen, den Protektor auszutauschen.
protektor

Übersteht Ihr Rückenprotektor hingegen jegliche Stürze unbeschadet, ist ein Neukauf spätestens nach 5-6 Jahren empfehlenswert, da das Material über die Zeit hinweg verschleißt.

4.2. Gibt es Rückenprotektoren für Kinder?

Ja, es gibt Kinder-Rückenprotektoren fürs Snowboard-, Ski- oder Motocrossfahren.

Der Unterschied zwischen den Erwachsenen- und den Kinder-Modellen liegt lediglich in der Größe.
Ansonsten gelten beim Kauf von Kinder-Rückenprotektoren die gleichen Kriterien wie bei den Damen- und Herren-Modellen:

  • Material
  • Prüfzeichen (EN 1621-2)
  • Passform

Hinweis: Gerade bei Kindersachen (Kleidung, Schuhe etc.) tendieren Eltern oft dazu, diese immer eine Nummer größer zu kaufen, damit das Kind hineinwachsen kann. Beim Kauf von Rückenprotektoren und generell bei Schutzkleidung raten wir Ihnen von einer solchen Vorgehensweise ab. Ein zu kleiner oder zu großer Protektor verliert seine Schutzfunktion. Deswegen sollten Sie immer darauf achten, dass der Rückenprotektor für Ihr Kind bei jedem Wachstumsschub erneuert wird.

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