Rückfahrkamera Test 2018

Die besten Rückfahrvideosysteme im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Auto-Rückfahrkamera bietet dem Autofahrer eine bessere Sicht auf den hinter dem Fahrzeug befindlichen Bereich. Diese zusätzliche Sicherheit ist besonders beim Rangieren oder bei Parkmanövern etwa auf engen Parkplätzen hilfreich.
  • Entscheidend bei der Nachrüstung einer Rückfahrkamera ist besonders ein großer Blickwinkel, da je nach dessen Größe sich mehr oder minder große Gegenstände im Heckbereich des Fahrzeugs erkennen lassen.
  • Wenn Sie eine Rückfahrkamera einbauen wollen, so sollten Sie dies lieber in Auftrag geben, da bei laienhfater Montage Schäden am Fahrzeug entstehen können.

Rückfahrkamera Test

Besitzer von Fahrzeugen mit langen und unübersichtlichen Front- oder Heckpartien kennen das Problem: einparken. Zwar können sich erfahrene Autofahrer auf ihre Fahr- und somit auch Einparkpraxis verlassen, doch wenn es um Zentimeterabstände wie auf dem Supermarktparkplatz oder dem Parken in kleinen Parkbuchten geht, kommen sie auch da irgendwann an Ihre Grenzen.

Wenig verwundern dürfte daher auch die Tatsache, dass laut DAT im Jahr 2015 schon 64 % der Neufahrzeuge mit einer Einparkhilfe ausgestattet waren. Dabei sind viele Fahrzeuge zwar schon ab Werk mit Parksensoren ausgestattet oder lassen sich mit selbigen nachrüsten  – diese machen jedoch nur akustisch auf das nicht sichtbare Hindernis aufmerksam.

Wenn Sie also voll im Bilde über den Heckbereich Ihres Pkw sein wollen, so empfehlen wir Ihnen unseren Rückfahrkamera-Vergleich 2018, in dem wir für Sie die beste Rückfahrkamera gekürt haben. Zudem erhalten Sie von uns eine Kaufberatung, in der wir Ihnen neben Montagehinweisen auch Näheres zum Thema Blickwinkel bei dieser Kamera-Art erläutern.

1. Achtung, versteckte Kamera!

Kann die Rückfahrkamera den Innenspiegel ersetzen?

Ganz klar nein! Denn wie die Stiftung Warentest in der Ausgabe 11/2014 mit Berufung auf das Urteil des Amtsgerichts Hannover (Az. 438 C 1632/14) berichtet hat, ist der Autofahrer beim Einparken angehalten, sich nicht alleine auf die Rückfahrkamera zu verlassen. Im gegenteiligen Fall muss er den entstandenen Schaden am Fahrzeug aus eigener Tasche bezahlen.

Rückfahrkameras stellen gegenüber herkömmlichen Parksensoren ein komplexeres Einparkhilfesystem zum Nachrüsten oder als werksmäßiges Fahrzeugausstattungsmerkmal dar.

Sie vereinfachen nicht nur Parkmanöver, sondern bieten auch zusätzliche Sicherheit beim Rangieren des Fahrzeugs auf engem Raum, wodurch sich nicht nur Kratzer oder Schäden am Fahrzeug vermeiden lassen, sondern auch ungewollter Fremdkontakt etwa mit unbeteiligten Passanten.

Rückfahrsystem
Wenn Sie ein Rückfahrvideosystem bzw. eine Rückfahrkamera nachrüsten wollen, muss dafür im Fahrzeug ein Monitor angebracht werden.

Ein Rückfahrkamera-Set besteht neben einer am hinteren Nummernschild zu montierenden Kamera auch aus einem Monitor, der im Fahrzeuginneren verbaut wird und dessen Größe im Schnitt 3,5 bis 7 Zoll beträgt.

Bestimmte Monitormodelle lassen sich auch auf dem Innenspiegel anbringen oder können über zusätzliche Parksensoren verfügen. Modelle mit größerem Display werden hingegen im oder auf dem Armaturenbrett montiert.

Ist ein Monitor bzw. ein Display nicht im Lieferumfang enthalten, so können Rückfahrkameras je nach Ausführung das Bild auch an das Navigationssystem oder Autoradio mit größerem Display senden, sofern Ihr Fahrzeug darüber verfügt.

Die Bildübertragung erfolgt dabei grundsätzlich per Kabel oder etwa kabellos über Bluetooth. Die Montage mit kabelgebundener Bildübertragung ist etwas komplizierter als bei funkgesteuerter Übertragung.

2. Was gilt es beim Kauf einer Rückfahrkamera zu beachten?

2.1. Blickwinkel – mindestens 120 ° sind empfehlenswert

funkkamera
Egal ob Funkkamera oder Rückfahrkamera mit Bluetooth – ein Rückfahrsystem sollte nichts im Verborgenen lassen.

Bevor Sie eine Rückfahrkamera kaufen, möchten wir Ihnen nahelegen, auf die verfügbaren Blickwinkel zu achten.

Ähnlich wie eine Türspionlinse ermöglicht die Kamera dabei ein mehr oder weniger großes Sichtfeld und leuchtet den Heckbereich des Autos aus.

Wie unser Vergleich zeigt, bieten die meisten Modelle einen Blickwinkel von 110° bis 170°. Wir empfehlen: Wählen Sie ein Modell mit einem Blickwinkel von mindestens 120 °.

Tipp: Je höher der Winkel, desto mehr ist zu sehen und desto geringer ist die Gefahr, dass beim Einparken oder sonstigen Rückfahrmanövern das Fahrzeug oder etwa Straßenlaternen und Fußgänger in Mitleidenschaft gezogen werden.

2.2. IP-Schutzklasse – Spitzwasserschutz muss sein

rueckfahrkamera-auto
Egal ob Sie eine Rückfahrkamera fürs Auto oder eine Rückfahrkamera für den Lkw brauchen – entscheidend ist der Schutz vor Staub und Feuchtigkeit.

Da Rückfahrkamerasysteme verschiedenen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind, ist es entscheidend, dass die geräteintern verbauten Komponenten dagegen geschützt sind.

Hierzu wird die IP-Schutzklasse angegeben, bei der es sich um eine zweistellige Zahl handelt. Die erste Kennziffer liefert dabei Informationen über die Beständigkeit gegen das Eindringen von Fremdkörpern wie Staub. Die zweite Zahl gibt hingegen den Wasser- und Feuchtigkeitsschutz an.

rueckfahrkamera-kabellos
Ein Rückfahrvideosystem, welches aus einer Rückfahrkamera mit Monitor besteht, kann den Blick in den Innenspiegel nie ganz ersetzten.

Die IP-Schutzklassen in unserem Vergleich reichen dabei von 65 bis 68, wobei bereits die IP-Schutzklasse 65 eine ausreichende Funktionalität des Geräts in vielen Alltagssituationen garantiert.

Somit ist allen von uns verglichenen Geräten zwar das Kriterium der Staubdichtigkeit gemein, allerdings bieten einige Kameras mit einer höheren zweiten Kennziffer auch Schutz gegen Untertauchen (IP 68).

Sollten Sie beabsichtigen, Ihr Fahrzeug und auch die Kamera einer Säuberung mit dem Hochdruckreiniger zu unterziehen, dann sollte die zweite Ziffer mindestens eine 9 sein (Schutz vor Hochdruckwasserstrahlen).

Schutz ist nicht gleich Schutz! Folglich gilt hier analog zum vorangegangenen Kapitel: Je höher die IP-Schutzklasse, desto besser ist die Kamera geschützt.

Der Vollständigkeit halber erhalten Sie von uns noch eine Übersicht mit den wichtigsten Schutzklassen-Kategorien, die wir Ihnen kurz näher erläutern:

IP-Schutzklasse Schutzumfang
65 Schutz vor Staub und Strahlwasser
66 Schutz vor Staub und starkem Strahlwasser
67 Schutz vor Staub und kurzzeitigem Eintauchen in Wasser
68 Schutz vor Staub und dauerhaftem Eintauchen in Wasser

2.3. Betriebstemperatur – Schutz gegen Hitze und Frost

rueckfahrkamera-lkw
Wenn Sie eine Rückfahrkamera nachrüsten wollen, können Sie dies auch ohne Rückfahrkamera-Test der Stiftung Warentest tun.

Um eine für Ihren Einsatzzweck günstige Rückfahrkamera zu finden, sollten Sie ebenso auf die Betriebstemperatur achten.

Die niedrigste zulässige Betriebstemperatur beträgt in vielen Fällen dabei -40°C, die höchste hingegen +85 °C. Bewohnen Sie eine Gegend, die weder in einer tropischen noch arktischen Klimazone liegt, so empfehlen wir Ihnen Kameras mit einer Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturen bis zu 20°C im Minusbereich, sowie 60°C im Plusbereich.

Modelle, die hingegen nur bis -10°C Außentemperatur funktionieren, können theoretisch bereits bei den ersten Anzeichen von winterlichem Frost den Dienst quittieren.

2.4. Installation – kabellos ist einfacher

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Selbst wenn Sie eine Rückfahrkamera fürs Wohnmobil oder eine kabellose Rückfahrkamera anschließen möchten, sollte die Montage lieber von einem Fachmann vorgenommen werden.

Der Schwierigkeitsgrad bei der Montage ist durch den Kameratyp bedingt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei Systemen, bei denen das Bildsignal von der Kamera an den Monitor über ein Kabel gesendet wird, diese auch verlegt werden muss.

Hierfür sind meist Bohrungen im Heck- und Kofferraumbereich des Fahrzeugs nötig sowie ein Eingriff in die Bordelektronik des Fahrzeugs, um die Kamera und den Monitor mit Strom zu versorgen.

Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, einen Kfz-Fachbetrieb mit der Montage zu betrauen, da bei falscher Verkabelung unnötige Bohrlochschäden oder Kurzschlüsse drohen.

Kabellose Systeme klingen von der Bezeichnung her zwar nach weniger Arbeit beim Einbau und einem geringeren Zeitaufwand, jedoch muss auch bei diesen Kameramodellen Strom, z. B. von den Rücklichtern, angezapft werden. Wenn Sie keine Vorerfahrungen oder Kenntnisse in diesem Bereich besitzen, sollte also auch hier der Fachmann ran.

2.5. Zusatzfunktionen – nützliche Nachtsichtfunktion

votteo-rückfahrkamera
Oft auf den vorderen Plätzen bei Rückfahrkamera-Tests: Modelle, die dank LEDs auch in der Dunkelheit ein gutes Bild liefern.

Viele Rückfahrkameramodelle verfügen als Zusatzausstattung über eine Distanzanzeige, welche auf dem Kameramonitor bunte (meist rote, gelbe und grüne) Linien einblendet. Diese ermöglichen dem Fahrer eine bessere Einschätzung der Entfernung zum nächsten Hindernis.

Zudem können Rückfahrkameras auch mit einer Nachtsichtfunktion ausgestattet sein. Hierbei wird die Kamera von durchschnittlich 6 bis 18 Infrarot-LEDs unterstützt, welche das Rangieren auch bei Dunkelheit sicherer machen.

3. Welche Rückfahrkamera-Hersteller gibt es?

Sie sind auf der Suche nach Ihrem persönlichen Vergleichssieger unter den Rückfahrkameras? Dann bringt Sie eine Übersicht der wichtigsten Marken und Hersteller gewiss voran.

Wir empfehlen Ihnen den aus der Schweiz stammenden Navigationsgerätehersteller Garmin, dessen Produktangebot ebenso Rückfahrkameras umfasst. Zudem haben auch WAECO bzw. Dometic – primär in der Herstellung von Kühlsystemen spezialisiert – Zubehör fürs Auto zu bieten. Diese beiden sowie weitere empfehlenswerte Hersteller haben wir nachfolgend für Sie zusammengestellt.

  • WAECO
  • Vega Solutions
  • CARCHET
  • Garmin
  • LUIS
  • ROGUCI
  • Vehemo
  • ProUser
  • CSL-Computer
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